Booklet DVDFussballtrainer Spezial: Schnelligkeit Vol.2
Liebe Trainer,
liebe Spieler,
dem Schnelligkeitstraining muss in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit im Training gewidmet werden. Die Bedeutung der Schnelligkeit im Fußball wird leider noch zu sehr unterschätzt. Dabei ist es offensichtlich, wohin der Trend im modernen Fußball geht. Spieler wie Messi, Ribéry, Robben oder auch Cristiano Ronaldo sind nicht nur technisch hervorragend ausgebildet. Sie sind auch extrem schnell – ob mit oder ohne Ball. Dabei sticht vor allem ihre Fähigkeit heraus, die ersten Meter für sich entscheiden zu können. Im direkten Eins gegen Eins schaffen sie es, sowohl aus dem Stand als auch während des Dribblings, förmlich zu explodieren und verschaffen sich so fast immer einen Vorsprung. Auch wenn ein Arjen Robben dabei nahezu immer nach innen zieht und die Gegenspieler dies auch wissen, ist er trotzdem nur sehr schwer zu verteidigen. Dabei verhalten sich die Abwehrspieler richtig. Sie versuchen, das Tempo mit diesen schnellen Spielern aufzunehmen, um sie abzulaufen oder den Ball zu blocken. Aber in den meisten Fällen reicht es nicht. Dadurch, dass diese Spielertypen so erfolgreich sind, werden sie in Zukunft immer mehr gefragt sein. Das wiederum heißt, dass Fußballer speziell in diesem Bereich weiterentwickelt werden oder individuell zusätzlich Schnelligkeit trainieren müssen.
Denn auch die Abwehrspieler entwickeln sich weiter. Sie müssen ja schneller werden, um gegen oben genannte Spielertypen bestehen zu können. Die ersten jungen und ebenfalls sehr schnellen und wendigen Gegenspieler tauchen bereits auf. Ein Diego Contento ist ein unglaublich schneller Außenverteidiger, ein David Alaba auf der Position des 6ers ebenfalls.
Dadurch, dass sich die Defensivspieler momentan den Stürmern anpassen, können also auf Dauer nur schnelle Spieler erfolgreich sein. Die Ziele eines Schnelligkeitstrainings sind daher einfach zu definieren:
- In kürzester Zeit auf Signale reagieren können.
- Die Zeit für die ersten Meter muss minimiert werden.
- Maximale Geschwindigkeit muss realisiert werden können.
- Maximal schnelle Bewegungen müssen so oft und so lang wie nötig ohne Verlust abrufbar sein.
- Schnelligkeit mit Ball muss mit höchster Präzision und maximalem Tempo erfolgen.
Um diesen Zielen Rechnung zu tragen, bleiben wir bei unserem bewährten Drei-Stufen-Modell. Natürlich bieten wir Ihnen auch wieder spezifische Aufwärmübungen an.
1. Stufe: Basisschulung
Vor allem Aufbau und Verbesserung der Schnellkraft
2. Stufe: Frequenz- und Sprinttraining
Unter Frequenzschnelligkeit versteht man die Fähigkeit, hohe Frequenzen zu laufen. Ein gutes Bild zur Beschreibung: die Beine sollen wie eine Nähmaschine arbeiten. Eine entscheidende Fähigkeit für die ersten Meter.
3. Stufe: Reaktions- und Aktionsschnelligkeit
Unter Aktionsschnelligkeit versteht man die Fähigkeit, Handlungen mit Ball schnell durchzuführen.
Abgerundet wird diese DVD durch ein Bonusprogramm mit Übungen zur Rumpfstabilisation. Denn bei Antritten, Sprints mit und ohne Ball oder bei schnellen Richtungsänderungen wirkt die Rumpfmuskulatur unterstützend und stabilisierend.
Wenn der Oberkörper bei einem schnellen Richtungswechsel wie ein „Schluck Wasser in der Kurve“ hängt, dann hat ein Gegner mit gut trainierter Rumpfmuskulatur genug Zeit davonzulaufen.
Besitzt der Oberkörper beim Sprint zu wenig Stabilität, läuft der Spieler langsamer, da der Oberkörper unruhig hin- und herpendelt. Dabei geht wichtige Energie unnötig verloren.
Ohne Körperspannung hat der Torschuss keine Power und beim Zweikampf wird man weggedrückt.
Um die Bedeutung zu unterstreichen, haben wir uns dafür einen absoluten Profi auf diesem Gebiet geholt. Tim Lobinger, Weltmeister und amtierender deutscher Rekordhalter im Stabhochsprung, zeigt Ihnen verschiedene Übungen für einen sinnvollen Aufbau der Rumpfkraft. Er macht die Übungen selbst vor und gibt Ihnen wertvolle Tipps. Dabei wünschen wir Ihnen viel Spaß!
Trainingshinweise
Wie werden die Stufen angewandt?
Optimal:
Das Training einmal die Woche als alleinigen Inhalt und zusätzlich zum Vereinstraining durchführen. Ausgehend von drei Monaten empfehlen wir folgende Anwendung:
- Monat: Stufe 1 und 2
- Monat: Stufe 2 und 3
- Monat: Stufe 3
Mindesttraining:
Bei zwei Trainingseinheiten in der Woche mindestens einmal pro Woche Schnelligkeitsübungen in das reguläre Training integrieren. Dabei beachten, dass das Training zu Beginn einer Einheit nach dem Aufwärmen stattfindet. Dabei wählen Sie ein bis zwei Übungen aus dem Programm aus.
WICHTIG: Auch dabei soll die Reihenfolge der Stufen eingehalten werden.
Was muss beachtet werden?
Die Übungen im Zusammenhang mit einer schnellstmöglichen Ball-An- und mitnahme oder anderen Techniken trainieren. Dies ist spielnah und fördert die Motivation der Spieler.
Fordern Sie nach einer kurzen Lern- und Gewöhnungsphase eine maximale Geschwindigkeit bei der Ausführung der Übungen. Das Problem: Schnelligkeits-Training ist eigentlich ein falsch zu verstehender Begriff. Schnelligkeit wird gelernt. Trainieren die Spieler die Übungen in einem langsamen Tempo, werden auch diese Geschwindigkeiten abgespeichert. Was bei diesem komplexen Hirnprozess abläuft, heißt ganz einfach: Ihre Spieler werden so nicht schneller, sondern langsamer.
Dafür müssen die Spieler nicht nur körperlich, sondern auch geistig völlig erholt sein. Dadurch können sie die ganze Konzentration und den Willen auf die Ausführungsgeschwindigkeit richten.
Qualität vor Quantität. Achten Sie immer auf eine saubere Bewegungsausführung. Auch hier wird z.B. sonst eine mangelnde Körperspannung gelernt.
Wichtig: bei Ermüdungserscheinungen sofort abbrechen. Sonst ist Schnelligkeit-Lernen aufgrund der oben genannten Punkte nicht möglich.
Wenden Sie viele unterschiedliche Übungen zum Vermeiden der Geschwindigkeitsbarriere an. Darunter versteht man das Stagnieren auf einer Schnelligkeitsstufe durch das monotone Trainieren der immer gleichbleibenden Aufgabe. Der Spieler gewöhnt sich daran, obwohl er sich noch steigern könnte.
Wie soll Schnelligkeit trainiert werden?
Es gibt verschiedene Methoden, Schnelligkeit zu trainieren. Wir empfehlen folgende Richtlinien.
Aufwärmen ist Pflicht. Die Muskulatur wird sehr beansprucht. Um Verletzungen zu vermeiden und die einzelnen Muskeln zu aktivieren, muss ein spezifisches Warm-up erfolgen.
Je nach Spielerzahl müssen mehrere Stationen mit der gleichen Übung aufgebaut werden. Pro Station sollen es maximal sieben Spieler sein. Sonst wird die Pause zwischen den Wiederholungen zu groß.
Die Übungen werden mit maximaler Intensität über kurze Strecken (fünf-30 Meter) trainiert.
Trainingsprinzip: zwei bis drei Serien einer Übungen mit jeweils sechs bis acht Wiederholungen.
Das bedeutet konkret: sechs bis acht Wiederholungen einer Übung. Dann drei bis fünf Minuten Pause. Wieder sechs bis acht Wiederholungen – drei bis fünf Minuten Pause – sechs bis acht Wiederholungen – drei bis fünf Minuten Pause.
In der Pause von drei bis fünf Minuten sollen sich die Spieler erholen. Sie soll aktiv sein. Geben Sie den Spieler einfache Technikaufgaben wie lockeres Kurzpassen zwischen zwei oder drei Spielern. Diese Pause ist wichtig, damit die Spieler bei den nächsten Wiederholungen wieder mit höchster Geschwindigkeit trainieren können. Die Pause zwischen den einzelnen Wiederholungen ergibt sich von selbst. Die Spieler sollen nach der Ausführung der Übung zum Startpunkt zurückgehen und nicht im Dauerlauf unterwegs sein.
Ab welchem Alter ist Schnelligkeitstraining sinnvoll?
Kinder ab einem Alter von sechs bis sieben Jahren bringen folgende Voraussetzungen mit:
- Günstige Körperproportionen
- Die Fähigkeit, schnell zu reagieren, entwickelt sich sehr gut
- Schnelle Entwicklung bei der Frequenzschnelligkeit
- Hohe koordinative Lernfähigkeit
- Entwicklungsschub der Willenskraft
Fazit: Schnelligkeitstraining ist ab ca. sechs Jahren nicht nur sinnvoll, sondern für alle Sportarten, bei denen Schnelligkeit ein leistungsbestimmender Faktor ist, absolut empfehlenswert.
Wie sieht ein Training aus?
Aufwärmen
Kurzes Andehnen (max. zehn Sekunden) folgender Muskeln: Oberschenkel vorne und hinten, Wade, Adduktoren und Hüftbeuger. Vermeiden Sie langes Dehnen von 20 Sekunden, da die Muskulatur dadurch entspannt und weich wird. Für ein Schnelligkeitstraining ist dies kontraproduktiv, da sie unter Spannung sein muss.
Schnelligkeitsübungen
Abwärmen und Dehnen (pro Muskel 20 Sekunden). Bei einer Integration ins normale Training würde an dieser Stelle das weitere Trainingsprogramm folgen und danach das Abwärmen erfolgen.
Und nun viel Spaß und viel Erfolg mit der DVD!
Dein Team vom DVDFußballtrainer





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