wie versprochen – hier die erste Übung aus meiner Videoserie „Komplexität im Fußball“! Mit dieser einfachen Übung kannst Du effektiv schon die ganz Kleinen an die Komplexität im Fußball und die freie Entscheidungsfindung heranführen. Aber auch für das Erwachsenentraining ist sicher viel Effektives dabei.
Gleichzeitig schulst Du ihre Koordination und Aufmerksamkeit.
Nächste Woche lade ich Dir noch mehr Übungen hoch.
Michi Schuppke, „Komplexität im Fußball“, Übung 1:
So, wir sind nun bei der ersten Übung zu der Thematik, die wir vorhin besprochen haben: Komplexität im Fußball. Es geht ja v.a. jetzt darum, dass im Fußball eben sehr komplexe Reize vorhanden sind, und darauf muss auch komplex reagiert werden. Was Schwachsinn ist, ist, wenn man´s genauer betrachtet, egal welche Übungen ich mache, v.a. interessieren uns hierbei jetzt Übungen aus dem Schnelligkeits- oder Reaktionsbereich, oder dem koordinativen Bereich generell, egal welche Übungen ich mache, es ist ein Schmarrn, einen Spieler hinzustellen, sodass er auf den Boden schaut, und der Trainer sagt: ‘und hopp!’, und dann läuft er los und führt egal welche Übung auch immer aus. Denn im Spiel habe ich das ja eigentlich nicht, ich habe das nicht, dass ich mit Blick nach unten dastehe, und dann kommt da einer und sagt ‘und hopp, lauf los’. Sondern er beobachtet das Spiel, schaut umher und hat den Kopf immer oben. Und speziell bis zum Alter von 12 Jahren, schon beginnend mit 4-Jährigen, sollte man diese Zeit nutzen und vorwiegend mit optischen Reizen arbeiten, als mit akustischen Reizen. Die akustischen Reize – nicht falsch verstehen – die sind nicht falsch. Die haben natürlich auch ihre Berechtigung. Aber der Anteil sollte deutlich geringer sein als mit optischen Reizen. Also viel verstärkt arbeiten mit so Reizen wie: ‘Ich werfe den Ball hoch, und wenn er zu Boden fällt, dann darfst du erst loslaufen.’ Weil dann kann man auch variieren, z.b. ich werfe ihn mal höher, oder zögere noch mal kurz, oder tippe ihn nur so runter, sodass der Spieler mich wirklich immer anschauen muss und schon im frühesten Kindesalter an lernt, den Kopf nach oben zu nehmen und nicht zu Boden zu senken. Zu Boden senken, das ist der 100-Sprint im Leichtathletik – der Fußballer braucht das nicht. Deswegen: Hier viel komplexere Reize setzen, Farbentscheidungen, ich zeige eine Zahl mit den Fingern an, und die wiederum mit Aufgaben verknüpfen. Und was ich vorhin schon gesagt habe: Wir gehen jetzt davon aus, dass die ganzen Bewegungen für das, was wir jetzt hier machen, schon beherrscht werden. Wir haben hier ein paar Hürden stehen – dass die Bewegungen über die Hürden – wir sind jetzt bei den zwei Kontakten seitlich und frontal – dass die wirklich schon beherrscht werden. Wenn es ums Bewegungen Lernen geht, dann ist dieses komplexe Reaktionsspiel falsch am Platz. Und dann muss man sich wirklich auf das fokussieren. Dann sag ich ‘ok ich zeig dir ein paar Mal wie die seitlichen Kontakte gehen, mit der richtigen Körperhaltung, Zehenspitzen etc., und jetzt stell dich da hin’, und dann sag ich auch ‘und hopp, jetzt lauf los’. Aber sobald er das beherrscht, er zwei, drei Formen über diese Mini-Hürden beherrscht, kann ich hergehen, wenn die Bewegungen einigermaßen stabil sind, und ihm gewisse, verschiedene Reize vorgeben.
Und das wollen wir jetzt machen. Da haben wir den Flo hier – wir gehen jetzt mal davon aus, dass er das alles bereits kann. Da haben wir also zwei verschiedene Reize, die wir ihm geben wollen. Und zwar soll er mit zwei Kontakten vorwärts drüber laufen, oder mit zwei Kontakten seitwärts. Ich werde ihm jetzt nicht sagen: ‘hopp, lauf los’, sondern ich werde mich einfach nur da vorne hinstellen und ihm dann eben zwei Leibchen zeigen. Rot ist zwei Kontakte vorwärts, und wenn ich ihm Grün zeige, soll er zwei Kontakte seitwärts machen. Das ist das Startsignal, am Ende eine Dropübernahme und dann Torschuss - mal ganz einfach angefangen. Ich entscheide quasi selber, wann ich das Ding hochhalte und wann nicht. Machen wir das mal einfach.
Wir hätten jetzt natürlich mehr Spieler da, da kann man dann das Signal sofort dem nächsten zeigen, und Rot, und Grün, und so weiter.
Bisschen schwieriger kann man es jetzt schon gestalten, indem ich das Hütchen hier bisschen weiter zurücksetze, und ihm sage, er muss jetzt schon antraben. Und ich zeige ihm diese Leibchenfarbe erst ein wenig später, also nicht aus dem Stand, sondern er läuft schon und muss den Kopf heben. Er muss dann schnellstmöglich reagieren.
Jetzt kann ich natürlich hergehen – das hier ist noch relativ simpel, das merkt man schon; Flo ist natürlich ein guter Fußballer, d.h. Er kennt diese Bewegungen alle – jetzt könnte ich natürlich hergehen und sagen, ‘ok wir vertauschen jetzt die Farben‘. Rot hatten wir gerade für vorwärts, jetzt nehmen wir es für seitwärts. Noch besser wäre es natürlich, wenn wir jetzt beispielsweise vier Leibchenfarben in der Hand haben. Rot, Grün, noch ein Blaues und ein Gelbes. Ich gebe ihm vier Bewegungsformen vor und sage z.b. bei Blau musst du drüber hüpfen, und Gelb Seitsteps da durch machen. Und da wird man auch merken, speziell bei jüngeren Spielern, C-Jugend,, D-Jugend-Alter, wie der Kopf zu denken beginnt. Dann läuft er los und dann zeigst du ihm eine der vier Farben und dann wirst du merken, der geht da nicht mehr automatisch drüber, sondern kurz vorher überlegt er ‘ok er hat mir Gelb gezeigt, äh das waren die zwei Kontakte vorwärts, ach falsch, …doch Rot wär´s gewesen’. Und so weiter und so fort. Und das entspricht eben genau dieser Komplexität. Und jetzt können wir hergehen, und das noch viel viel komplexer gestalten. Das ist beliebig ausbaubar.
Bei 4-6jährigen Kindern würde ich jetzt hergehen und sagen, ‘pass auf, du läufst da überall nur mit einem Kontakt drüber, aber am Ende gibt es zwei Entscheidungsmöglichkeiten, du läufst mit einem Kontakt da drüber und ich zeig dir die zwei Leibchenfarben – wenn ich dir Rot zeige, dann rollst du dir den Ball vor und schießt ihn ins Tor, wenn ich dir Grün zeige, schießt du den Ball aus der Luft ins Tor.’ Das wird einem Vierjährigen durchaus gerecht, das kann der unterscheiden. Und ob das jetzt technisch so sauber ist oder nicht, das interessiert mich ja erst mal gar nicht. Wir machen das jetzt einmal für die Vierjährigen, Flo…
Das ist also eine Übung, die können Vierjährige durchaus machen. Natürlich wird da mal der ein oder andere scheitern und wird sagen, ‘hm, was war jetzt das wieder’, aber im Prinzip geht das. Und leicht mache ich es einem Vierjährigen, wenn er hier steht, und ich zeige ihm jetzt schon das Signal. Was der Flo jetzt schon ganz automatisch gemacht hat, weil er natürlich wesentlich weiter ist, ist, dass wenn er während des Laufens schauen muss – also laufen, dabei den Kopf heben und gleichzeitig die Hürden beobachten muss – er ganz clever einfach aus dem Augenwinkel hochgeschaut hat. So kann man das wunderbar steuern.
Jetzt würden wir hergehen, und zwei weitere Hütchen dazu hernehmen – mehr dazu in Übung 2…
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Sobald Du die Übung ausprobiert hast, schreibe mir doch bitte einen Kommentar.
Was meinst Du dazu?
breitenmoser schrieb am 29. Juli 2011 um 16:31 Uhr:
Hallo zusammen
Diese Fussballuebung: Koordination und Komplexität , hat mir sehr gut gefallen. Nicht nur mit akustischen sondern mit optischen Auslösern zu arbeiten, so dass der Spieler sein Augenmerk immer dem Spiel widmet kann.
Was mich erstaunt ,dass schon 4 Jährige dazu fähig sind.
Gern würde ich mehr in diese Richtung erfahren .
MFG
U. Breitenmoser
nightmarecry92 via youtube schrieb am 29. Juli 2011 um 23:29 Uhr:
Also ich muss dem Herrn Schuppke wirklich Respekt zollen. Auf diesen Ansatz, diesen Aspekt der Komplexität, kann ich nun behaupten, vermisse ich nun schmerzlichst in meiner vollendetetn Fussballjugend. Aber ich werde das bei meiner C-Jugend versuchen einzuführen und auszubaun.
Weiter so! Tolle Videos!
hilmar wicklein schrieb am 31. Juli 2011 um 08:37 Uhr:
hallo ihr lieben ich suche torwarttraining
Roland Holz schrieb am 31. Juli 2011 um 13:36 Uhr:
Hallo an Alle,
sehr interessant wie man Spieler und Spielerinnen zu kriegen kann um hoch zu gucken.
Das für die Bamini war auch sehr interessant.
MFG
R.Holz
magnusneuer15 via youtube schrieb am 31. Juli 2011 um 14:45 Uhr:
richtig gut was er hier erzählt ! wenn mann nach unten schaut, simuliert mann es nicht glich wie in einem spiel !
Fußballübung: Laufform mit optischem Reiz-Reaktions-Verhalten schrieb am 13.08. 2011 um 12:22 Uhr:
[...] diesem Video demonstriere ich dir, wie du ganz unkompliziert die eher einfache Übung 1, die ich dir im letzten Video gezeigt habe, ausbauen kannst. Damit wird sie wesentlich komplexer [...]
Paul schrieb am 31. Januar 2012 um 13:45 Uhr:
Hallo, ich hab dazu eine Frage. Bin 14 Jahre und werd im Sommer 15. Was würdet ihr empfehlen wenn man 3 mal die Woche Training hat, merkt das es aber nicht so anstrengend is und man immer an seine Grenzen geht? Habt ihr eine Empfehlung wie lange und wie oft ich die Woche laufen gehen soll?
José Adauto Garcia schrieb am 25. März 2012 um 17:36 Uhr:
Olá Tudo bem? Gostei muito do trabalho. Trabalha força, coordenação e tem a bola. Excelente trabalho vou aplicar nos treinamentos de minha equipe. Obrigado um forte abraço e fique com Deus.
Micha schrieb am 4. Mai 2012 um 19:46 Uhr:
Mein Name ist Micha und ich bin Trainer bei den Reinickendorfer Füchsen Berlin ( G2 Jahrgang 2006 ). Denke habe selbst ganz gut Fußballgespielt und finde die Trainingsübungen , deine Erklärungen und Einstellung zum Training der Bambini( 4 – 8 Jährigen ) richtig gut !!! Eine Seite die sich echt mal lohnt….Klasse und weiter so..