Fußballübung mit optischem Reiz-Reaktions-Verhalten
In diesem Video demonstriere ich dir, wie du ganz unkompliziert die eher einfache Übung 1, die ich dir im letzten Video gezeigt habe, ausbauen kannst. Damit wird sie wesentlich komplexer und schwieriger und ist damit auch für die etwas älteren Kinder, die schon die meisten Bewegungen stabil beherrschen, sehr gut geeignet.
Ich verbinde mit dieser Übung auf einfache aber effektive Weise eine koordinative Laufform mit einem Entscheidungstraining und schule das optische Reiz-Reaktions-Verhalten. Viel Spaß und Erfolg! Dein Michi
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So, jetzt gehen wir her, und versuchen diesen relativen einfachen Übungsaufbau aus Übung 1 – wobei mir der Flo gerade gestanden hat, auch er musste schon ein bisschen nachdenken – sehr komplex zu gestalten. Voraussetzung ist, wie gesagt, das darf man nie vergessen, nicht dass mich da einer falsch versteht, dass alles, was wir hier jetzt machen, von der Technik her schon beherrscht wird. Der Spieler kann das schon. Es kommen jetzt also fußballspezifische Techniken hinzu, welche stabilisiert vorhanden sind. Sie müssen nicht automatisiert sein, aber sie sind stabil vorhanden und können variabel angewandt werden. Das ist jetzt wichtig.
Und zwar bauen wir zu Übung 1 jetzt noch ein gelbes und ein rotes Hütchen dazu, plus dem Hürdenlauf von vorher, den lassen wir gleich. Der Flo wird wieder loslaufen, bekommt von mir zwei Farben gezeigt, und zwar wieder die Farbe Rot oder Grün. Rot ist: Zwei Kontakte frontal durchlaufen, danach zum gegenteiligen Hütchen laufen, also zu Gelb, beim gelben Hütchen eine Dropkick-Annahme mit dem linkem Fuß machen und dann ganz einfach Torschuss. Das ist Rot. Und wenn ich ihm Grün zeige – ich habe jetzt leider kein gelbes Leibchen, aber Grün tut´s ja genauso – da dann zwei Kontakte seitlich bei den Hürden, dann zum roten Hütchen laufen, da eine Dropkick-Annahme mit dem rechten Fuß machen, und jetzt noch den Trick „Ziehen-Vorlegen“ anhängen und dann Torschuss. Also: Dropkick-Annahme bei Gelb, linker Fuß, Torschuss. Dropkick-Annahme bei Rot, rechts raus, mit rechts Ziehen-Vorlegen, Torschuss. Ob man vor oder hinter das Hütchen läuft, ist egal. Es geht nur darum, auf das Signal zu reagieren. Es ist eigentlich recht einfach zu verstehen, aber man muss es halt eben auch nachher in der Übung anwenden. Rot: Zwei Kontakte vorwärts plus Gelb, also gegenteilig, Grün: Zwei Kontakte seitwärts plus Rot. Wir haben das vorher noch nie geübt, ich bin gespannt. Flo trabt wieder an, und ich zeige ihm erst kurz vorher, vor der ersten Hürde, die Farbe. Also nicht erst in den Hürden, er muss ja schließlich von der Laufform her darauf reagieren.
Mit dieser Übung verbinde ich eine koordinative Laufform mit einem Entscheidungstraining. Er muss hinterher ja auch noch entscheiden, was er auf die Farbe jeweils macht. Und das kann ich jetzt natürlich wieder beliebig steigern. Jetzt ist es so, der Flo ist ein Herrenspieler, ein guter Fußballer wie gesagt, der kennt diese Bewegungen, für den erscheint das jetzt relativ einfach. Also muss ich die Übung für ihn noch komplexer gestalten. D.h. ich würde hergehen und sagen: Rot ist wieder zwei Kontakte frontal, also jetzt als Beispiel, dann wird er über die Hürden laufen, und während er läuft, bekommt er von mir nochmal das Leibchen gezeigt, also nochmal Rot oder Grün, und muss dann dementsprechend zu der Farbe hinlaufen mit der dementsprechenden Technik. Grün ist wie gesagt jetzt Gelb, und Rot ist ganz normal Rot. Die Techniken bleiben gleich. Machen wir das mal…
Was man jetzt natürlich sieht, ist, der Flo macht jetzt das erste Mal ein derartiges Training mit, d.h. er macht es natürlich technisch sauber, lauftechnisch sauber, alles wunderbar, aber jetzt müsste ich hergehen und bei ihm maximales Tempo fordern. Weil er halt schon ein geiler Kicker ist, würde ich sagen, ‘und jetzt maximales Tempo’. Und dann würde man auch merken, wie das Rattern anfängt. Das lassen wir jetzt aber mal weg, weil sonst haben wir hier nachher noch einen Verletzungsfall…
Aber wie gesagt, das sind halt so Steuerungsmechanismen, habe ich so gute Fußballer, dann da maximales Tempo fordern und natürlich auch ständig eine Variation mit reinbringen. Und dann kann man jetzt auch wieder hergehen und sagen, ich zeige Rot, dann muss er die Hürden mit zwei Kontakten vorwärts durchlaufen, ich zeige (nochmals) Rot und er muss zu Gelb laufen, also die gegenteilige Entscheidung machen, zum Beispiel. Oder ich lege statt der Hütchen zwei verschiedenfarbige Bälle hin. Wir haben ja hier einen Ball mit einem roten Streifen, im Tor hätten wir noch einen Ball mit einem blauen Streifen. Dann kann ich sagen: ‘ok, wenn ich dir Rot zeige, dann läufst du zum blauen Ball und machst da sofort den Trick XY. Und wenn ich dir Grün zeige, läufst du hinterher zum roten Ball und machst da einen ganz anderen Trick. Es muss nicht immer seitenverkehrt sein, das kann ich ganz frei variieren. Natürlich, bei älteren Spielern wie ihm würde ich jetzt auch hier hergehen und nicht sagen, ‘zwei Kontakte vorwärts und zwei Kontakte seitwärts’, sondern richtig schwierig denken. Rot wäre dann z.B.: in der ersten Lücke zwei Kontakte, dann drei Kontakte, dann wieder zwei und wieder drei Kontakte. Grün wäre: Seitsteps die ersten zwei Lücken, und dann mit Ein-Bein-Sprüngen zu Ende machen. Also da kann man dann wirklich die Komplexität immer höher schrauben. Wichtig ist eben, dass man versteht, dass dieser Blick zu Boden und dieses Klatschen Käse ist. Also das ist jetzt nicht verkehrt, ganz großer Käse ist es nicht. Aber ich kann wesentlich mehr rausholen, indem ich die Spieler von Kindesbeinen an in diese optische Reiz-Reaktions-Geschichte reinlocke durch einen gewissen Trainingsaufbau. Ganz einfach. Jetzt sind wir hier im koordinativen Bereich mit einem Technikaufbau, jetzt machen wir noch einen reinen Technikteil mit einem gewissen Reaktionstraining…
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Was meinst Du dazu?
S0 schrieb am 14. November 2011 um 15:03 Uhr:
Guten Abend,
also ich habe ein paar Fragen zum Schnelligkeitstraining.
Also ich bin 15 und hatte leider drei Brüche in einem Jahr und bin recht langsam geworden.
Da wollte ich fragen,können mir vielleicht Tipps geben,was ich als Übungen machen kann, um schneller zu werden?
Denn Fußball ist mein Leben und ich möchte damit mein Lebensgehalt vedienen.
Außerdem bin ich recht klein für mein Alter.
Ich möchte jetzt nicht hochnäsig klingen,jedoch sagen sehr viele, dass ich im Dribbling sehr stark bin.
Meine Trainer und viele andere sagen ich habe sehr viel Talent.
Doch aufgrund der drei Brüche (2x Armbruch am rechten Arm;1x doppelten Schienbeinbruch am rechten Bein – alle Brüche in einem Jahr (2010) und in einem Abstand von circa 2-3 Wochen) kann ich von meinen 100 % nicht 100% abrufen.
Ich bin sehr langsam geworden.
Ich hoffe,dass sie mir helfen,denn Fußballer zu sein ist mein Traum,den ich nie aus den Augen verlieren möchte.
Ich hoffe auf eine baldige Antwort und vielen Dank im Vorraus.
Mit freundlichen Grüßen
S0
PS: Ich finde ihre Videos recht hilfreich, doch ich möchte nochmal sicher gehen welche Übungen für mich am Besten geeignet sind, denn ich möchte so schnell wie möglich meine 100% wieder abrufen können und wieder schneller werden!
Michi Schuppke schrieb am 15. November 2011 um 09:38 Uhr:
Hallo S0,
zunächst mal braucht man dazu viel Geduld. Wenn es tatsächlich so ist, dass v.a. die Beinverletzung sich noch nicht auswirkt, dann sollte man vorsichtig mit Übungen sein, die eine explosive maximal schnelle Bewegungsausführung erfordern. Und auch Übungen, bei denen eine hohe Kraft auf die Beine einwirkt (z.B. Hoch- und Niedersprünge), müssen erstmal hinten anstehen. In der Regel ist es nach Brüchen so, dass man sich so “steif” fühlt und die Bewegungen nicht mehr rund und flüssig sind. Daher sollte man so viel Übungen aus dem Bereich der Koordination trainieren wie möglich. Diese gleichen eben diese mangelnde Bewegllichkeit und den mangelnden Bewegungsrhythmus aus. Und sorgen so für mehr Selbstbewusstsein und natürlich auch für mehr Kräftigung und Stabilität. Erst dann sollten Schnelligkeitsübungen aller Art erfolgen. Allerdings ist das doch schon relativ lang her – normal sollte das schon wieder fast vollständig funktionieren. Kann es auch sein, dass der Kopf ein wenig zu viel über die doch vielen großen Verletzungen in kurzer Zeit nachdenkt und so den normalen Bewegungsablauf blockiert?
Ich denke, dass man auch da ansetzen sollte. Also viel Koordination und zu Hause ein paar Kräftigungs- und Stabilisationsübungen als Abrundung – dann steigt das Selbstbewusstsein wieder und es wird bald wieder aufwärts gehen.
Viel Erfolg!
Viele Grüße
Michi
S0 schrieb am 16. November 2011 um 12:14 Uhr:
Hallo Michi,
also über die Brüche bin ich eigentlich hinweg.
Nur manchmal,wenn ich dann sehe bzw. merke, wie langsam ich bin, denn dies siehe ich im Training, dann denke ich an die Brüche und beschäftige mich damit für ein paar Tage und rege mich darüber auf.
Also soll ich die Stabilitäts- und Kräftigungsübungen machen,um schneller zu werden oder erstmal wieder stabiler und kräftiger zu werden (also für den Einstieg, um schneller zu werden…)?
Zudem wollte ich auch fragen,wie oft ich diese Stabilitäts- und Kräftigungsübungen pro Woche machen soll. Ich hab mir ein Video von Ihnen angeguckt und habe erfahren, dass man das “Training” 15 Minuten machen soll.Und das insgesamt 5 bis 5
6 Wochen.Gilt das auch bei mir?
Dann mache ich diese Übungen auf dem Bolzplatz,jedoch habe ich keine von diesen “Hürden”.Soll ich dann einfach 6-8 schnelle Tippelschritte machen?
Also ich würde dann ab morgen mit den Übungen anfangen,vor dem Training(also beim Verein).
Vielen Dank und danke für Ihre Tipps!
Mit freundlichen Grüßen
S0
Michi Schuppke schrieb am 23. November 2011 um 12:56 Uhr:
Hallo S0,
die Stabilsiationsübungen müssen gemacht werden, um eben Stabilität und Kraft aufzubauen, um somit eben stabiler zu werden und dadurch ganz automatisch mehr Selbstbewusstsein zu bekommen. Zusätzllich wirkt sich dieses Training auch positiv auf die Schnelligkeit aus, aber der Haupteffekt ist die oben genannte Auswirkung auf die Stabilisation und Kraft des gesamten Körpers. Dieses Training kann täglich gemacht werden, zu Hause, nach dem Training oder vor dem Training. ganz wie es dir passt. 15 Minuten täglich wären super.
Wenn keine Hürden vorhanden sind, würden es auch Hütchen tun oder eben dann selber kleine Trippelschritte machen, wie du es schon selbst geschrieben hast. Oder kleine Prellsprünge oder Hoch- und Niedersprünge.
Und v.a. nicht so viel dran denken, sondern einfach weiter machen – bald hast du dann deine alte Schnelligkeit wieder.
Viel Erfolg!
Michi
S0 schrieb am 29. November 2011 um 21:35 Uhr:
Hallo Michi,
nochmals danke für die Tipps und Informationen.
Die Übungen sind doch im Video “15 Minuten Kräftigung und Stabilisation für jedes Fußballtraining” (nur um sicher zu gehen)
Mit freundlichen Grüßen
S0