Aus dem wird ja nie was! … so kann man sich irren!

18Liebe Eltern und Trainer, Hallo Kids!
Die Entwicklung einer Fußballkarriere im Kinder und Jugendbereich dauert viele Jahre. Bereits im Vorschulalter meint man mit Training und Wettkampf beginnen zu müssen. Dabei zielen Trainer und Betreuer darauf ab, immer die Anforderungen des Wettkampfes und den Leistungsvergleich in den Vordergrund zu stellen. Meistens bleibt dabei unbeachtet, dass Kinder und Jugendliche oft aufgrund ihrer jeweiligen biologischen, psychischen und natürlich fußballerischen Voraussetzungen überhaupt noch nicht in der Lage sind, Leistungen nach den Vorstellungen der Erwachsenen zu erbringen. Wie soll man von einem jungen Kicker einen schönen Pass erwarten, wenn er diesen weder gelernt hat noch die beweglichen Voraussetzungen dafür vorhanden sind? Als Trainer und Übungsleiter muss man erkennen, dass man bei Lernen und Leisten bei Kindern und Jugendlichen von deren jeweiligen Fähigkeiten ausgehen muss. Zu oft wird Übung im Fußballverein mit falschen Vorstellungen über Training und Wettkampf gleichgesetzt. Besser ist es, das natürliche Bewegungsverhalten und die Vorstellungen der Kinder über Fußballspielen zur Leitlinie von Trainingseinheiten zu machen. Dabei ist alles ganz einfach. Kinder haben den größten Spaß und den meisten Nutzen im Hinblick auf Allgemeinmotorik durch FußballSpielen und Fußball Erleben. Vielfältige Bewegungserfahrungen und grundlegende Spielerfahrungen sind nicht nur der Hintergrund für richtige Programme, sondern auch Anreiz für Begeisterung und Zielstrebigkeit. Dies wiederum ist die Basis für langfristiges Fußballspielen. Die hohe DropOutQuote ab der CJugend ist kein Zufall. Auf Grundlage einer Spiel und Bewegungserfahrung kann man gut aufbauen. Mit diesen Voraussetzungen fällt den Kindern das Erlernen und Anwenden von technischen Fähigkeiten wesentlich leichter. Technik „hilft“ Probleme zu lösen. Es wird dann im Verlauf der Zeit immer einfacher unter Gegner und Zeitdruck gute Lösungen zu finden. Sogar Mitspieler können dann als Partner eingebunden werden. Hiermit ist der Weg zum taktischen Verhalten nicht mehr weit. Allgemeine Bewegungserfahrungen und Spielerfahrungen werden durch die Techniken des Fußballsports ergänzt und weitergeführt. Schließlich können durch dieses Zusammenspiel Situationen im Training und Wettkampf leichter beherrscht werden. Taktisches Verhalten ergibt sich fast wie von selbst. Bei schrittweise Vorgehen darf man aber nicht davon ausgehen, dass eine Leistungsentwicklung nach dem Muster „1 + 2 + 3 + 4 + ……. Guter Spieler“ verläuft. Einige lernen manchmal etwas schneller, andere begreifen Zusammenhänge gelegentlich später. Die Entwicklung der Persönlichkeit und der körperlichen Voraussetzungen verlaufen nicht immer am Lineal gezogen. „Störungen“ treten auf und verschwinden auch wieder recht schnell. Hin und wieder sind 12 Jährige fast so athletisch wie Jugendliche, 14 Jährige können noch klein wie 12 Jährige sein und 16 Jährige sehen sich selbst als erwachsen an, verhalten sich aber dennoch ab und zu wie Kinder. Kinder und Jugendliche sollen immer als Persönlichkeiten betrachtet werden. Die Entwicklungs und Reifeprozesse können aber sehr unterschiedlich verlaufen. Eine zu frühe Festlegung nach dem Motto … der wird „Einer“ und … der wird „Keiner“ ist nicht angebracht. So mancher, der — wie Erwachsene meinten — „Keiner“ wird, ist später in seinem Team ein ganz „Großer“ geworden…

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