Die Idee/Philosophie der Münchner-Fußball-Schule (MFS)
An erster Stelle steht zunächst, dass Juniorenfußball auch als solcher gesehen wird, als eine Welt der Kinder und Jugendlichen und nicht als eine Welt der Erwachsenen. Die Ziele, die die jungen Kicker im Fußball anstreben, sind folgende:
- Die Meisten sagen, dass sie am liebsten spielen wollen.
- Viele stellen heraus, dass Freude und Freunde für sie wichtig sind.
- Einige sagen, sie möchten unbedingt Leistung und Erfolg.
- Alle sind der Auffassung, das Training und Spielen mehr Freude machen sollte.
- …und wenn man mal ein Spiel verliert, dann geht die Welt nicht unter.
Betrachtet man die Wünsche und Ziele der Kinder, dann wird die Pyramide aus diesem Artikel komplett auf den Kopf gestellt:

Die Idee und Philosophie ist es also, den Kindern den Spaß am Fußball zu vermitteln, Fußball soll ein Erlebnis mit Freunden sein, eine Sportart, die man auch mit 15 Jahren noch gerne betreibt. Die MFS will die Kinder langfristig an den Fußballsport binden.
Ein weiteres Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen eine regelmäßige „sinnvolle“ Beschäftigung zu bieten, sie weg von der Straße zu holen, weg vom Fernsehgerät und von der Playstation, um all den damit verbundenen negativen Folgen wie Fettleibigkeit, motorische und körperliche Beeinträchtigungen, Hyperaktivität oder psychische Unausgeglichenheit entgegenzuwirken.
In diesem Zusammenhang ist ein wichtiges Ziel der MFS die Schulung von sozialen Qualifikationen wie Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein, Fairness und Rücksichtnahme, Akzeptanz und Einhalten von Regeln. Diese Fähigkeiten nehmen in unserer Gesellschaft als sogenannte Schlüsselqualifikationen eine immer größere Bedeutung ein. Im Sinne einer ganzheitlichen Erziehung sollten Bewegung und Sport in der Gruppe dringend in den Vordergrund rücken. Und damit ist nicht gemeint, dass 30 Kinder auf einen Trainer kommen, sondern nur angemessene Gruppenstärken können dem Rechnung tragen.
Natürlich sollen aber auch die vielen Fußball-Talente gefördert werden. Diese können aber nur aus einem breiten Fundament kommen. Daher werden in der MFS alle, egal ob Talent oder breite Masse, angesprochen und zunächst auch gleich behandelt. Es gibt kein „Abstellgleis“ wie die Auswechselbank bei den F-Junioren, durch die der junge Kicker irgendwann die Lust am Fußball verliert, nur weil er für die erforderlichen drei Punkte nicht gut genug ist. Ausnahmslos allen wird das Gefühl der Akzeptanz und Dazugehörigkeit vermittelt.
Wenn jedoch außergewöhnliche Fähigkeiten und Fertigkeiten auftreten, dann werden die Talente in einer eigenen Gruppe trainiert und dort gefördert. Das muss aber keine Zwei-Klassen-Gesellschaft bedeuten. Ein offenes Fördertraining, an dem Talente und weniger begabte Spieler teilnehmen können, wäre denkbar.
Eine weitere Devise der MFS lautet: Früh beginnen, aber nicht früh spezialisieren!
Für gute fußballspezifische Fähigkeiten bedarf es fundamentaler Grundlagen. In der relativ kurzen Spanne zwischen dem 5. und 12. Lebensjahr werden 80-90% dieser wesentlichen Vorraussetzungen ausgebildet. Versäumnisse in dieser Zeit sind später wenn überhaupt nur unter erheblichen Mühen aufzuholen. Dies legt nahe, den Kindern und Jugendlichen in diesem entscheidenden Lebensabschnitt die Möglichkeit für vielfältige Bewegungserfahrungen auf einer breiten Basis anzubieten. Eine einseitige und zu frühe Spezialisierung im Fußball scheint aus dieser Perspektive den Bedürfnissen und Erfordernissen der Kinder nicht genügend Rechnung zu tragen. Daher bietet die MFS den Kindern mit speziellen Programmen ein vielfältiges Bewegungsprogramm unter Anleitung von ausgebildeten Trainern mit dem Sportgerät Fußball. Zu kindgerechten Übungszeiten und in kleinen Übungsgruppen mit maximal 12 Kinder erhalten die jungen Menschen eine vielseitige Grundausbildung, die z.T. auch sportartübergreifend ist.
Der frühen Spezialisierung wird so entgegen gewirkt, wie sie im Verein bei den 4-6 Jährigen mit Ligabetrieb quasi automatisch gefördert wird.
Weiteres Ziel ist die Zusammenarbeit mit Vereinen, um diese qualitativ durch Trainerworkshops oder Camps aufzuwerten. Die Vereine profitieren davon und unterstreicht die Tatsache, dass sich die MFS nicht als Gegner der Vereine sieht, sondern versucht diese zu unterstützen. Es geht nicht um die Vereine, sondern um die Kinder, die Fußballspielen wollen, um den Fußballsport allgemein.
Außerdem wird versucht, gegen den allgemeinen Trend von gravierenden Defiziten im Bewegungsverhalten der Kinder vorzugehen. Koordinationsmängel und Haltungsschäden treten bei den Kindern offensichtlich immer früher auf. Immerhin 60% von unseren Kindern leiden unter Haltungsfehler mit erheblichen negativen Auswirkungen auf ihr Skelettsystem bereits in jungen Jahren (vgl. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin).
Ein weiteres Ziel der MFS ist der verstärkte Einbezug der Kinder und Jugendlichen in die Gestaltung des Trainings. Dies wird v.a. in den Feriencamps durch Gruppengespräche in den jeweiligen Trainingsgruppen umgesetzt. Dies soll eine aktive Teilnahme der Kinder und Jugendlichen bewirken, um noch mehr die Bedürfnisse der Kinder und Eltern anzusprechen. Wie dies genau geschieht, wird bei den Angeboten der MFS beschrieben werden.
Auch wenn dieser Punkt in dieser Arbeit nur ein paar Zeilen ausmacht, so ist der Einbezug der Kinder und Jugendlichen durch ständigen Informationsaustausch ein sehr wichtiger Bestandteil der Arbeit der MFS, um die Interessen der Kinder und Jugendlichen anzusprechen.
Kurz zusammengefasst, verfolgt die Münchner-Fußball-Schule folgende Ziele:
- Vermittlung von Spaß und Freude am Fußball.
- Entwicklung und Unterstützung der sozialen Handlungsfähigkeit durch Fußball in der Gruppe mit angemessenen Teilnehmerzahlen.
- Aufbau vielseitiger motorischer Bewegungsmuster, die als Grundlage für die Sportart Fußball dienen.
- Unterstützung der Vereine durch Trainerworkshops oder Camps.
- Vorbeugung von Bewegungsmangelerscheinungen und Unterstützung der ganzheitlichen Entwicklung.
- Ausbildung von optimalen körperlichen und motivationalen Vorraussetzungen für ein lebenslanges Fußballspielen.
- In speziell dafür entwickelten Kursen und Gruppen die Förderung von Talenten durch entwicklungs- und altersgemäßes qualitativ hochwertiges technisches, koordinatives und taktisches Training unter Berücksichtigung der Belastungen im Verein.
- Einbezug der Kinder und Jugendlichen in die Gestaltung des Trainings.
Michael Schuppke
Diplom-Sportwissenschaftler
DVDFussballtrainer
Münchner Fussball Schule

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