Das Torwartspiel bei Ecken
Hallo liebe Fußballfreunde!
Mein Kollege David und ich haben Rainer Berg, Ex-Fußballprofi und Torwarttrainer, getroffen und sind mit ihm ein paar interessante und wichtige Themen im Bezug auf die Position des Torwartes durchgegangen.
Was dabei herausgekommen ist und was Rainer Berg für Meinungen hat, das könnt Ihr hier sehen.
Viel Spaß beim Schauen und bis dahin wieder eine schöne Fußballzeit,
Euer David und Michi!
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Das Torwartspiel bei Ecken

David Niedermeier, Münchner Fussball Schule:
Ich werde häufig von unseren Torhütern aus der Münchner Fussball Schule gefragt, die zum Teil auch schon höherklassig spielen, also auch bei großen Vereinen, „Wo hat denn ein Torwart zu stehen, wenn Ecke ist“. Steht er eher am längeren Pfosten, soll er weiter vorne sein, denn die Flanken kommen ja mittlerweile mit einem Zug auf den Pfosten. Wo ist der Aufgabenbereich eines Torhüters im 16er?
Rainer Berg, Torwarttrainer der SpVgg Unterhaching:
Ich unterscheide es soweit, wenn eine Ecke zum Tor kommt, dass er ein bisschen vorne hingeht, weil die Gefahr mit dem kurzen Pfosten extrem hoch ist, wenn ein sehr guter Ball geschlagen wird. In dem Moment, wenn er in der Ecke vorm Tor weggeschlagen wird, dass er in der hinteren Hälfte, fast 2/3 vorm Tor stehen kann. In dem Moment, wo es vom Tor weggeht, kann er auch ohne Problem 1m, 2m vor der Torlinie stehen. Wenn es zum Tor ist, und es wirklich ein guter Ball ist, dann sollte er fast annähernd auf der Torlinie stehen.
Niedermeier:
Wir haben die Diskussion z.B. auch in der Bundesliga gesehen, dass Torhüter an beiden Pfosten einen Spieler postiert haben, um das Tor eben kleiner zu machen, weil man da statistisch viele Tore kassiert. Wie siehst Du das Mitspracherecht eines Torhüters, z.B. beim FC Bayern, die auf dem kurzen Pfosten keinen Spieler postieren.
Berg:
Im Jugendbereich würde ich nicht mitdiskutieren lassen. Das muss der Trainer vorgeben. Aber im höherklassigen Bereich oder Profibereich nicht immer, aber sehr häufig hat der Torhüter die Entscheidung, ich fühl mich wohler mit 2 Mann an den Pfosten oder ich will nur einen am Pfosten. Das ist auch generell müßig. Ich bin ein Freund von beide Pfosten besetzen. Aber die Lösung, dass man keine Tore nach Ecken kriegt, gibt es nicht. Der keinen Mann an einen Pfosten stellt, hat zwei man mehr, die verteidigen können. Es hat alles sein Für und Wider.
Niedermeier:
Wie siehst Du die Variante, wenn man sagt, der vorderste Mann, wenn die Flanke über ihn rüberkommt, dass der sich über die Torlinie orientiert, dass man dann den kurzen Pfosten zustellen kann?
Berg:
Die Frage ist, wie er es zeitlich schafft. Im Jugendbereich, wo noch nicht die Schärfe bei den Bällen ist, wird der Ball relativ leicht reinkommen und dann wird er die Zeit haben. Aber im höherklassigen Bereich, wenn da eine richtig scharfe Ecke kommt, glaub ich, dass er das sieht, dass er den Ball nicht mehr kriegt, weil er die Zeit nicht mehr hat auf den Pfosten zu kommen.
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