Rituale


 

David Niedermeier, Münchner Fussball Schule:

Wenn Du in einem Spiel bist und Du kriegst ewig lang eigentlich überhaupt nichts aufs Tor, stehst dann hinten drin. Das heißt, meistens wenn Ihr überlegen seid, wie schaffst Du es dann, dass Du vielleicht 30, 40 Minuten überhaupt keinen Ballkontakt hast. Also eigentlich gar keine Parade hast, wie schaffst Du es da, dass Du die Konzentration hoch hältst? Gibt es da spezielle Rituale?

 

Nicht:

Rituale nicht, aber man ist ja als Torwart und das wird oft unterschätzt, 90 Minuten bei der Sache. Also es kann passieren, dass man mal 30 Minuten lang nix aufs Tor bekommt, kann aber auch gut und gern passieren, dass man mal 89 Minuten nix aufs Tor bekommt und dann in der 90. Minute da sein muss, um den einen Ball, den man aufs Tor bekommt, zu halten oder damit umgehen zu können. Eine Sache, die wie gesagt, von der Öffentlichkeit immer nicht wirklich gesehen wird, ist, dass man als Torwart im modernen Spiel nicht nur die Rolle eines Torverhinderers übernimmt, sondern auch viele organisatorische Dinge durchführt. Das heißt, die Leute so zu stellen, wie sie am besten zu stehen haben. Man sagt ja nicht umsonst, wenn man ganz hinten steht, hat man alles vor sich. Und man sieht halt das ganze Spielfeld perfekt und kann dann auch auf solche Dinge Einfluss nehmen. Und das muss man auch. Das ist eine ganz wichtige Aufgabe mittlerweile. Und gerade dadurch hält man natürlich seine Konzentration auch sehr hoch.

 

Was meinst Du dazu?

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