Die psychischen Eigenschaften eines Torwarts Teil 2
Hallo liebe Freunde des DVD-Fussballtrainers,
Wir haben uns vor einigen Wochen mit Christian Nicht, dem ehemaligen Torhüter des KSC unterhalten. Unter anderem ging es dabei um die psychische Stärke eines Torhüters.
Hier nun der zweite Teil des Interviews.
Viel Spass damit,
Euer Michi
Schuppke:
Vielleicht mal zusammenfassend, so in ein paar Schlagwörten, was wäre wenn wir von den psychischen Eigenschaften ausgehen, die entscheidenden Eigenschaften die ein Torwart haben muss? Also man sagt ja oft so, er soll eine Ausstrahlung haben. Aber wie hab ich das? Hat man das einfach? Oder ist das auch ein Erfahrungswert?
Nicht:
Für mich ist die wichtigste Eigenschaft, was ich eben schon gesagt habe, ist zu wissen, dass man Fehler macht.
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Dass Fehler passieren. Sich das immer wieder einprägen, immer wieder vor Augen halten. Das es ganz normal ist, dass man Fehler macht. Und wenn man dieses Denken im Kopf hat und dann passiert ein Fehler, dann wird man auch nicht in ein schwarzes Loch fallen. Man ist auf die Situation vorbereitet, es kann passieren und dann geht´s aber auch genauso weiter. Für den Torwart sicherlich auch eine sehr, sehr wichtige Eigenschaft ist die Erfahrung. Die sammelt man. Ein 20jähriger kann nicht auf einmal sagen „ok, ich bin jetzt erfahren.“ Von den Kopfgeschichten her ist es halt wirklich, man reift mit seinen Aufgaben, wie man so schön sagt. Es gibt Leute, die sind vom Typ her sicherlich eher ein kopfstarker Mensch und es gibt Leute, die scheitern daran und es gibt auch genug Leute, oder auch talentierte Torhüter, die sicherlich mehr konnten, wie manch andere, jetzige Bundesligatorhüter, die aber an dem eigenen oder externen Druck dann gescheitert sind, aber man kann sich das Stück weit antrainieren. Aber es halt schon auch typabhängig. Und was halt auch noch nicht für sich selbst, aber grad für seine Mannschaft und für das Publikum und auch für den Gegner eine ganz wichtige Sache ist, ist für mich Ausstrahlung und Körpersprache. Das ist auch so ne Sache, das kann man sich ein Stück weit antrainieren und ein Stück weit forcieren, dass man das macht, aber das sollte man schon haben. Also wenn ein 1,90m Torwart von der Größe her so wie ich vor einem Gegner steht und Kopf nach unten und Schulter hängen lässt, dann ist das für einen Spieler sicherlich immer ein Zeichen „ok, da geht was“. Aber wen einer schon kuckt, wie ein Grizzlybär und die Schultern oben hat, den Kopf oben hat, und auf das Feld rausgeht und zeigt, bei mir passiert da gar nix, dann hat das natürlich eine ganz andere Wirkung auf den gegnerischen Spieler als andersrum und natürlich auch für die eigenen Spieler. Wenn die eigenen Spieler wissen, ok, da hinten steht einer, da kann ich mich darauf verlassen, ist die Sache weg und können sich viel mehr auf sich selbst konzentrieren und auf ihre Leistung.
Schuppke:
Zusammenfassend kann man sagen, Ausstrahlung, Körpersprache und somit Selbstbewusstsein sind die entscheidenden Eigenschaften für einen Torhüter.
Nicht:
Genau.
Schuppke:
Vielen Dank für den sehr interessanten Einblick in die Psyche eines Torwarts. Wir bedanken uns erstmal ganz herzlich bei Dir für die Zeit und wünschen Dir viel Erfolg für die weitere Saison und hoffen, dass Ihr da bald unten rauskommt.
Nicht:
Das hoffen wir alle.
Schuppke:
Wir bedanken uns auch bei den Zuschauern natürlich und freuen uns schon auf das nächste Expertengespräch, das dann auch wieder hier in Karlsruhe stattfinden wird und bis dahin wünschen wir wie immer eine schöne Fußballzeit. Machen Sie es gut, Servus.
Was meinst Du dazu?