Die Vor- und Nachteile des 4-4-2 Systems Teil 1
Wir besprechen heute die Vor- und Nachteile des 4-4-2 – eines sehr offensiven Systems, mit dem man einen sehr guten Spielaufbau betreiben kann. Entscheidend für eine starke oder eine schwache Sichelform ist, ob man gegen einen schwachen oder einen starken Gegner spielt. Auch defensiv ist dieses System optimal, weil die Räume immer gut besetzt sind. Ausschlaggebend sind auch die Spielertypen der eigenen Mannschaft. Hat man zwei starke Stürmern und zwei technisch gute und zweikampfstarke Mittelfeldspieler, bietet sich 4-4-2 natürlich an, insbesondere gegen schwächere Mannschaften. Auf jeden Fall kann man mit dem richtigen System schon Prozentpunkte in die eine oder andere Richtung verschieben.
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Das ist eine reine Interpretationssache würde ich sagen. Weil du kannst z.B. wenn wir einmal über das System von Köln gesprochen haben, man kann das Ganze als Mittelfeld-Pressing spielen lassen und er lässt es z.B. auch in der mittleren Vierer-Kette nach innen lenken, obwohl sie eigentlich im Zentrum schwächer sind. Obwohl sie einen weniger haben teilweise, lässt er ins Zentrum lenken und es funktioniert manchmal sehr, sehr gut. Und es funktioniert gerade gegen die Mannschaften, die dort reinspielen ins Zentrum, funktioniert das gut mit dem Kontern. Also, das ist kein defensives System, sondern das ist wirklich, sage ich, eher ein mutiges System und was würdest du damit auf den Gegner schließen oder auf die eigene Stärke schließen? Wer ist denn da die überlegene Mannschaft, wenn man mit 4-4-2 spielt? Ich sollte normal selber überlegen sein, weil der Raum schon sehr groß gestaltet ist. Ich habe zwei klare Sturmspitzen drinnen auch und das ist schon ein offensiv angelegtes System. Also das hat nichts mit Defensive zu tun.
Je öfter du in die Situation rein kommst, wo du Ballverlust hast und dein Gegner Druck macht, umso schwieriger wird es zu spielen.
Genau, wovon würdest du dieses System jetzt abmahnen und das geht ja nicht immer nur darum bin ich die überlegene Mannschaft oder bin ich die schwächere Mannschaft. Man sucht ja auch manchmal sein festes System. Warum würdest du sagen, ich will dieses System eigentlich spielen? Interpretier das mal von Köln, warum spielt der das System?
Ja, gut. Wie gesagt. Du hast ja gesagt, das kommt immer ein bisschen auf die Trainerphilosophie an, wie ich spielen will.
Wovon hängt es noch ab? Welche Spieler habe ich? So und jetzt charakterisier einmal hier, versuch mal hier die Vierer-Kette können wir glaube ich weglassen, die ist immer ähnlich.
Ja, gut. Hier brauche ich wirklich zwei sehr, sehr starke Spieler in der Mitte drin.
Zweikampfstark und sie müssen technisch sehr gut sein, weil du darfst keine Bälle verlieren.
Und zwei Marathonläufer am Flügel.
Zwei läuferisch Gute, die hier außen sind, die es auch wirklich fertig bringen, diesen Weg hier so oft wie möglich zu machen.
Genau und jetzt der springende Punkt, sind nämlich die zwei Spitzen. Was sind das?
Ja relativ klare Spitzen.
Zwei klare Stürmer.
Sind ja keine beweglichen Flügelstürmer.
Zwei klare Stürmer, d.h. was tut denn ein Stürmer, was ein Mittelfeldspieler nicht tut?
Der antizipiert permanent offensiv, d.h. der hofft immer, dass der Gegenspieler den Ball mal nicht richtig trifft. Also der antizipiert vom Grundgedanken her eher offensiv. Ich bin ja ein Stürmer. In der Defensive muss ich nicht so gut stehen. Das versuchen wir als Trainer natürlich zu bekämpfen, der soll in der Defensive optimal arbeiten. Der hat das aber nie optimal gelernt. D.h. der denkt sehr offensiv und wenn du dann zwei Stürmer hast wie Podolski und Novakovic und du willst beide spielen lassen, natürlich auch weil die torgefährlich sind. Dann bietet sich das System natürlich an. Und dann muss ich mir als Trainer überlegen: wie spiele ich gegen eine starke Mannschaft und wie spiele ich gegen eine schwache Mannschaft. Spiele ich gegen eine schwache Mannschaft, vielleicht sogar in Angriffspressing und belege die Vierer-Kette dann richtig schön vorne drauf, marschiere da raus oder spiele ich gegen eine starke Mannschaft, die eher defensiv, steh eher tiefer und dann ist genau die Frage im Umschaltprozess. Wie sollen sich meine zentralen Mittelfeldspieler verhalten? Und das muss automatisiert werden. Das muss ich üben.
Und ich meine, auch das System kannst du mit gewissen Abwandlungen. Ich meine jetzt, das ist jetzt wirklich das flache. Wir haben es ja nochmal das System. Aber ich denke du kannst ja auch das schon mit ein paar Abwandlungen so gestalten, dass es nicht mehr so anfällig ist. Wenn du jetzt eben z.B. immer in der Defensive den Stürmer hier mit rein holst, dann schaut die Geschichte auch schon wieder komplett anders aus.
Genau, und dann haben wir das Thema, dass man sagt wir spielen in der Offensive, spielen den 4-4-2 und in der Defensive spielen wir einen 4-5-1. Indem der Stürmer nämlich abkippt oder der Stürmer vielleicht gar kein Stürmer ist, sondern ein Zehner ist, der in die 4-4-2 Position dann rein geht. Die Frage ist, der springende Punkt ist immer nur und das ist die Schwäche des Umschaltens auf ein anderes System, ist genau die Zeit des Umschaltens und ob ein Spieler offensiv ausgerichtet ist oder eher defensiv. Das ist immer
Aber ich finde diesen fließenden Übergang hast du doch immer. Also wenn ich jetzt mir überlege ich spiele mit meiner Mannschaft 4-5-1 und dann sage ich, sie sollen zustellen, dann entsteht ja ein 4-4-2, obwohl du das gar nicht so extrem vorgibst. Es entsteht ja auch..
Ja, gut, aber du kannst es ja auf mehrere Arten zustellen.
Ja, schon. Aber es entsteht trotzdem für kurze Zeit. Also ich weiß es nicht. Dieser Übergang zwischen den 4-5-1 und den 4-4-2 ist hier schon fließend. Also wenn der Zehner ein bisschen offensiver steht, dann ist es einmal für kurze Zeit ein 4-4-2. Diese fließenden Übergänge hast du ja immer.
Aber das ist ja das, was ich dir sagen will. Du hast z.B. wenn wir dann von diesem System hier ausgehen. Das macht nämlich den Unterschied. Wenn du von diesem System hier ausgehst im Spielaufbau 4-5-1, bin ich im Zentrum fast immer stark. Das heißt auch wenn der Zehner sich zwischen den Ketten bewegt, der hat einen kurzen Weg daran und ich habe eine Doppel-Sechs Absicherung. Das ist was anderes, wie beim 4-4-2. Das ist ein ganz anderes defensiv und da ist der Umschaltprozess, wo sind dann die Schwächen?
Ja, das kommt ja noch, das System.
Eher Flügel.
Ja, das ist schon klar, aber ich finde trotzdem die Übergänge zwischen den Systemen hier immer so ein bisschen fließend. Also das ist ja immer so, dass du einmal für so fünf Minuten irgendwie, wenn du jetzt von oben draufsehen würdest, würdest du 4-4-2 sehn.
Aber genau, deswegen sprechen wir genau diesen Umschaltprozess an. Deswegen ist der Umschaltprozess so interessant. Und ich kann ihn durch gutes Offensivverhalten schon vorbereiten. Verstehst du? Ich kann schon den Umschaltprozess verbessern, indem ich mich in der Offensive, wenn wir den Ball haben, schon besser verhalte. Aber da können wir ja mal wann anders drauf kommen. Du bist mit dem System so ungefähr durch.
Ja, ich habe jetzt noch 3-5-2, es sei denn, es dauert zu lange. Ja, ich habe 4-4-2 gegen 3-5-2.
Ich würde vielleicht gerne bei dem System noch, tommi, bei dem System sind wir eigentlich relativ wenig auf die Offensive eingegangen. Jetzt stell einmal das 4-4-2 in der Offensive auf. Wenn dann, die blauen sind die offensiven. Die sind im Spielaufbau.
Wer ist denn der?
Das ist der Rudi, der spielt rechts.
Ja, gut. Gegen welches System stellen wir sie auf?
Was hast du?
Ja, gegen 3-5-2 hast du ja gehabt.
Wär ja jetzt eigentlich egal. Genau, stell mal ein 4-4-2 dagegen einfach. Genau, und die Defensivformation müssen wir mal ein bisschen.
Welche?
Enger zusammen.
Die stehen natürlich schon breit.
So, was sind jetzt die klaren Vorteile von dem System in der Offensive? Was ist das Gute an dem System? Es gibt ja einen Grund, warum wir das spielen?
Ja, gut finde ich jetzt, denke ich jetzt mal, dass die Flügel jetzt doppelt besetzt sind. D.h. es ist auf jeden Fall drauf angelegt, denke ich mal, dass man über die Flügel spielt und relativ wenig über die beiden hier, wenn wir nur mit zwei spielen, oder das ich z.B. die Möglichkeit habe, je nachdem wie ich spielen möchte, dass ich relativ schnell den Ball Richtung Stürmer bringe. Durch zwei Stoßstürmer vorne drinnen. D.h. ich kann immer versuchen, hier irgendwie eine Überzahl zu schaffen, mit dem Stürmer dazu und dem Außen.
Schieb einmal den Außenverteidiger noch ein bisschen weiter zurück. Genau, so passt es schon. Was ist denn das Tolle daran, wenn ich zwei Stürmer habe? Jetzt schauen wir einmal den Unterschied an. Mach mal aus dem einen einen Zehner. Genau, und was ist jetzt der Vorteil, würdest du sagen, von zwei Stürmern gegenüber dem Zehner?
Ich habe die Vierer-Kette ganz anders belegt.
Du hast sie doppelt belegt – die Innenverteidiger.
Und ich habe natürlich die Möglichkeit, wenn ich zwei habe, dass z.B. wirklich einer auf Ballseite immer mit dazu kommt, um mit zu spielen und einer z.B. das Zentrum wirklich besetzt.
Welcher Weg ist denn jetzt kürzer? Welcher Weg ist kürzer geworden?
Zum Flügel raus für den langen Ball.
Ganz genau, du kommst besser aus dem Flügel raus. Du kannst die Kette besser beschäftigen, wenn du jetzt hier bist, hab ich hier natürlich, wenn der jetzt den Ball hier nach vorne rein spielt, habe ich hier natürlich den Monsterweg. Und damit ist die Kette hier nicht doppelt belegt und damit können die vielleicht auch ein bisschen kompakter stehen. Wenn ich aber jetzt hier den Stürmer habe, hier vorne drinnen, dann muss er sich um ihn kümmern, er um ihn und er hat auch ein bisschen Sorge um ihn. Und wenn der jetzt da vorne reinläuft, wenn der den Ball hier bekommt, der läuft jetzt hier vorne rein, habe ich genau diese Situation. Also die Vierer-Kette ist doppelt belegt und ich kann diese Spielchen hier auch natürlich viel besser treiben, den da rausziehen. Tun wir einmal den Ball da hierher. Der müsste natürlich ein bisschen tiefer stehen. Der zieht ihn hier raus und der sprintet da rein. Und das ist natürlich nicht immer schwerer zu verteidigen, aber du legst natürlich klar den Fokus weiter nach vorne.
Das ist ein anderes Problem für die Vierer-Kette. Das hat ja auch so seine Nachteile. Das haben wir ja vorhin besprochen.
Weiß man nicht wann man raus kommen soll. Ganz genau.
Das kommt wahrscheinlich darauf an, welchen Spieler ich habe. Wenn ich hier einen geilen Zehner habe, dann spiele ich natürlich eher so. Wenn ich natürlich zwei coole Stürmer habe, dann spiele ich eher so. Und von dem Abwehrspieler hängt es natürlich auch ein Stück weit ab.
Schieb den Zehner da nochmal rein. Was könnte das jetzt für eine Auswirkung jetzt mit diesem Zehner haben auf den Verteidiger und damit schlecht für den Spielaufbau werden?
Für die blauen Spieler vom Spielaufbau?
Was passiert denn da? Was versuchen die Innenverteidiger, wenn der Zehner da ist? Was machen die permanent?
Die holen wahrscheinlich die immer ein Stück zurück oder stehen so ein bisschen auf dem Sprung auch immer jeden unter Druck zu setzen.
Ja. Die Gefahr von dem System ist immer, wenn du so einen Zehner hast, der so ein typischer Playmaker hat, was macht dann der immer?
Ja, der stellt immer den Passweg zu dem Stürmer zu, oder?
Ja, das finde ich nicht so schlimm. Das kann auch passieren. Aber was ist das für ein Spielertyp? Was ist der Toni Kroos für ein Spielertyp? Geht der in die Tiefe?
Nein.
Wenig. Das heißt, er fordert den Ball permanent kurz. Welche Gefahr ist denn dieses kurz Fordern immer?
Dass er nicht in Tornähe kommt.
Der kommt nicht in Tornähe. Der Gomez ist jetzt nicht der Typ, der permanent da auf den Flügel geht. Sondern der bleibt zentral und der fordert den Ball auch immer kurz. Und was hat dann die Vierer-Kette für eine Möglichkeit, die wollen immer den Ball kurz halten. Ja, die können immer näher dran schieben. Und können das Band immer enger machen und die Gefahr ist dann, dass du genau an dieser Enge permanent den Ball verlierst. Wenn du zwei Spitzen hast, die permanent hinter dem Ball her sind, die Kette fordern, das tuen ja Stürmer. Die wollen eigentlich nicht den Ball so gerne kurz haben, sondern sie wollen ihn eigentlich immer da rein haben. Wenn die permanent da rein arbeiten, da kommen lange Bälle, zieht das tendenziell die beiden Ketten auseinander und damit entsteht mehr Raum für wenn einer mal kurz kommt oder Raum auch mal für eine Acht, der da rein laufen kann. Weil wenn die weg ziehen, die müssen mitgehen, dann entsteht hier Raum, wo ich in den Rücken rein laufen kann. Also weil wir das jetzt so ausgelegt hätten, als ob das ein Nachteil für die Bayern wären, ja, dann schiebst du hier höher, aber dann sind sie halt auf den Flügel brutal stark, dann damit steigt der Raum hinter der Vierer-Kette und damit wirst du hinter den Flügel anfälliger. Und vielleicht ist das auch das Ziel mit dem Zehner. Ja, die Ketten näher zusammen zu holen, damit mehr Raum. Also das hat alles seine Vor- und alles seine Nachteile. Das muss man immer wissen und woran muss ich die abstimmen. Vielleicht müssen wir es ja auch nach unseren Gegnern richten. Je schwächer ich bin, desto mehr sollte ich mich vielleicht nach meinen Gegner richten.
Das kommt ja jetzt wieder auf die Liga an. Wenn ich meine Gegner kenne und scouten kann, dann kann ich mich nach meinem Gegner richten, ansonsten sollte ich mich nach meiner eigenen Mannschaft richten und wo die Stärken liegen.
Klar.
Ansonsten, so wie du das gerade gesagt hast, wenn du jetzt auf der rechten oder linken Außenbahn zwei hast, die immer das ständig Dribbeling und immer das 1:1 suchen und da auch relativ stark sind, dann kannst du natürlich dieses 4-2-3-1 glaube ich besser spielen.
Ja, würde ich auch sagen. Würde ich unterschreiben. Also das ist jetzt natürlich, man kann das auch jetzt, wenn man das von außen sieht, da sagt man, das ist die Obergschaftlhuberei und das bringt dir eh alles nichts. Aber ich glaube, dass man schon Prozentpunkte in die eine oder andere Richtung verschieben kann und das kann halt ausschlaggebend sein. Ja, gut super. Schließen wir das Thema.
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Was meinst Du dazu?
Daniel schrieb am 7. Februar 2012 um 15:53 Uhr:
Hallo zusammen!
Wo liegen die Unterschiede (Vor- und Nachteile) zwischem einem 4-4-1-1 und einem 4-4-4-2?
Beste Grüße
Daniel
Adriano Bottoni schrieb am 19. Februar 2012 um 10:42 Uhr:
Beim 4-4-4-2 sind zu viele Spieler auf dem Feld.