Die Vor- und Nachteile des 4-4-2 Teil 2
Jetzt geht es weiter mit Teil 2 des Videos: Vor- und Nachteile des 4-4-2
Die Münchener Fußballschule bespricht heute die Vor- und Nachteile des 4-4-2 – eines sehr offensiven Systems, das aber auch in der Defensive optimal ist. Ausschlaggebend für die Wahl eines bestimmten Systems ist zum einen immer der Gegner – stark oder schwach – aber auch die eigene Besetzung. Die Entscheidung für oder gegen ein System ist ausschlaggebend für den Spielverlauf und oft auch für den Ausgang eines Spiels. Viel Spaß beim Zuschauen …
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Die würden, jetzt wenn wir den Ball gewinnen, würde vermutlich ein Stürmer kommen. Der wird sich nicht hier freilaufen, sondern der wird wahrscheinlich da reinkommen und dann würde ich meinem Innenverteidiger sagen, jetzt schiebst du voll mit drauf, das ist die offensive Variante. Da schiebe ich hier ein und versuche hier den Ball zu gewinnen. Hier ist immer die Gefahr, wir sind dann hier in diesem Ziehharmonikasystem und der läuft dann hier rein und kriegt die Kugel hier in den Lauf. Das ist die Gefahr, die muss durch dem Torwart mitgebannt werden und durch die zwei äußeren und provoziert wird der Ball hier auf den Flügel raus. Da müssen wir bloß gucken, das wir da realitätsgetreu sind, weil du hast hier den einen, die standen so und du hast den einen so rein geschoben und den anderen so rein, so würde man sich nicht verhalten. Man würde hier wirklich im System bleiben und der, wenn der hier kommt, interessiert der mich ja gar nicht, weil er ja nicht anspielbar ist. Wenn du siehst, wenn die so stehen und der ist anspielbar, würde er raus gehen und die würden rein rutschen. Also da müssen wir mal schauen, dass wir das wirklich so wie in der Realität erstellen. Du hast es genau richtig gemeint, aber wir müssen natürlich. Ich tu mich da auch manchmal schwer, das dann auf dem Bild optimal darzustellen.
Ja, aber das ist nicht so, dass dieser zweite Sechser dann nicht hier rein schiebt, also tiefer fällt?
Natürlich, immer. Die kommen immer hinter den Ball rein. Ballseite auf jeden Fall, natürlich und der andere auch. Der offensive Mittelfeldspieler.
Die Doppelsechs versucht doch immer zu vermeiden, dass zwischen Vierer-Kette und Sechser eben kein Stürmer steht.
Natürlich, das versuchst du immer zu verhindern, aber du darfst nicht …
… in dem System Unterzahl, das ist ja genau der Nachteil. Du bist dann in der Mitte in der Unterzahl, gegenüber dem 4-5-1.
Ja, wenn der jetzt so schiebt, wie der Felix, also nach hinten, also auf den Zehner, da machst du natürlich den Passweg auf den anderen Sechser wieder komplett auf.
Aber da stürmt ja der andere Außenstürmer rein.
Warte mal, das ist genau die Diskussion, die wir jetzt geführt haben.
Wenn der einschiebt, dann ist er ja gleichzeitig auch wieder aus dem Spiel, dann offensiv raus. Das ist die mutige Variante, wenn der jetzt hier außen bleibt und wir das so auffangen, habe ich die zwei offen und die müssen nicht die weiten Wege reinschieben.
Es geht ja auch um das Thema. Wir haben ja gerade gesagt, wir haben gerade einen Ballverlust, d.h. wir befinden uns da, wo der Matthias, der sagt das sehr gut. Wir sind im Umschaltprozess. Und den schiebst du jetzt hier rein. Du bist hier gerade hoch gestanden. Den will ich einmal sehen, wie schnell du den hinbekommst.
Und wie oft
Und das Problem ist, schau einmal her, wenn du den Ball verlierst, beide Sechser kommen hier rein, jetzt geht der zu dem hin, kommt sofort der Ball hier rauf. Den kannst du nicht kompensieren.
Deswegen gehst du aber auch diesen Weg, oder?
Du gehst dann hier hinten rein. Aber damit fällst du natürlich, wo sind wir denn, du fällst natürlich extrem nach hinten weg. Natürlich macht der den Weg immer, egal bei welchem System, den macht er immer nach hinten und der Stürmer macht auch immer den Weg da rein. Die Frage ist, wie du schnellstmöglich dieses Problem hier kompensierst. Kompensierst du es über die Sechs, der den Passweg zustellt und stehst mit dem Mittelfeld, versuchst du schön dran zukommen. Aber was nicht funktioniert, ist das, was du sagst, dass der jetzt so steht – warte mal, wo sind wir – der steht jetzt hier und der hier rutscht da rein und der kommt dann so rüber. Das funktioniert nicht. Das dauert ewig. Bis dahin ist, wenn der hier da jetzt sofort da rein rutscht, kommt der Ball sofort hier rein und der läuft hier auf die Kette zu und das wirst du immer verhindern. Also musst du wirklich, wo ist der Ball?
Also das Problem ist, ich glaube das ist ja genau das, um das es geht bei dem Ding, dass das dann der Nachteil ist. Das was der Felix meint, der Gedanke ist schon nicht so verkehrt, aber das Problem ist, dass der das vielleicht zweimal läuft, dreimal läuft, wenn der einmal eine Sekunde zu spät reagiert, der Flügelspieler oder der andere den Ball direkt raus spielen kann, der Innenverteidiger, das läufst du nie zu. Das sind 35 Meter Diagonalspurt.
Also das ist am Ende
Und dann denke ich auch das die Schwäche ist auf jeden Fall hier in der Mitte.
Das Zentrum.
Ja, wenn wir umschalten nach hinten defensiv, beim 4-4-2 hier, das Problem.
Genau, und das muss man kompensieren durch den einrückenden Mittelfeldspieler. Du liegst ja auf keinen Fall falsch, der Laufweg ist der richtige, aber der Laufweg des Sechsers ist nicht der richtige. Der Laufweg des Sechsers ist, er darf nicht direkt den Sechser decken, er muss den Passweg dorthin versuchen zu verhindern, damit der Ball quer gespielt wird und dann bleibt er vor dem Ball, verstehst du? Wenn du hier rein rutscht, reißt du hier so ein Loch, wenn der Ball da rein kommt, der marschiert hier los. Da kommst du nicht mehr raus als Sechser. Wenn der aber den Ball, wenn du als Sechser aber, deswegen heißte es ja auch flacher Vier. Du stellst jetzt hier den Passweg zu, nur den Passweg, nicht dahinten rein, jetzt kommt der Ball hier rüber, kann ich hier wieder rüber schieben.
Und schaue wieder, dass ich den Pass bekomme.
Verstehst du, dann schiebe ich auch hin und versuche wieder den Passweg zuzustellen. Und damit kann ich diese Verzögerung einlenken. Also ich steh praktisch tief, da kommt der Ball hierher und jetzt ist es so verzögert, der kann keinen Druck auf die Kette machen, das ich hier mit dazu kommen kann. Verstehst du? Also es geht immer um das, das ist eben auch das Entscheidende auch bei dem System, deshalb wollen wir auch immer drauf eingehen. Es geht um den Umschaltprozess. Und da ist gerade Unordnung und wie wollen wir das kompensieren? Und das muss man seinen Spielern auch vorher sagen. Die Sechser müssen wissen was sie tun. Kommt der Innenverteidiger raus oder kommt er nicht raus.
Es ist, finde ich auch, das gefährlichste ist ja immer, wenn einer auf die Kette frontal drehen kann, extrem auf die Vierer-Kette. Weil ich ja natürlich hier nur mit zwei Mann besetzt bin und der Rest diese zwei Ketten. Wenn ich dann normal wieder dieses 4-4-2 spiele, dann ist das natürlich ein extrem gefährlicher Mann, wenn der wenn der immer den Ball hier irgendwo durch kickt und drehen kann. Das muss ich halt auffangen.
Genau. Welche zwei Möglichkeiten gibt es jetzt für den Innenverteidiger, also das muss auch als Trainer vorgegeben sein, auf so eine Situation zu reagieren. Das ist ja genau. Tu mal den Zehner von den Gegnern genau zwischen die Ketten rein. So und tu mal den Ballverlust noch mal nach oben. Genau, so. Jetzt ist die Frage, also es hängt davon ab, auf jeden Fall ob unser Stürmer auf den Innenverteidiger Druck ausüben kann oder nicht.
Deswegen weiter weg ist, würd ich erst mal sagen, gehts ab, oder?
Genau. Wie würdest du das jetzt machen? Würdest du jetzt deiner Mannschaft sagen: Egal was kommt, der Innenverteidiger geht auf den – schieb mal den Zehner so rüber, dass der den Ball holen will. Genau. Der Innenverteidiger geht immer raus oder was habe ich denn noch für eine Möglichkeit?
Ich würde jetzt sagen, auf jeden Fall wird der hier eingeschoben das Stück. Das heißt dann wird von ihm immer das Kommando kommen, dass er hier drüben dranschiebt, so dass er schon einmal im Prinzip sich vom Fokus her auf den hier konzentrieren kann. Wenn der zu weit weg ist, dann würde ich erst mal immer Kommando hier an die beiden geben, wo der Mann steht. Das heißt ja nicht, dass der den decken muss.
Passweg enger machen.
Aber dass er weiß, rechte Schulter z.B., oder irgend ein klares Kommando. Wenn das hier der Passweg ist, dass er den Weg vielleicht so schon mal zustellen kann wenn er zu weit weg ist. Wenn der Ball dann tatsächlich kommt, dann denke ich schon, dass der hier auf jeden Fall raus muss. Also, wie weit, ist dann die Frage, oder?
Das sage ich, das ist ein ganz schwieriges Thema, weil es wirklich von der Spielsituation abhängt. Welche Möglichkeit habe ich als Innenverteidiger noch? Welche Möglichkeit habe ich? Geh mal mit dem Innenverteidiger nochmal zurück. So, wir sind hier in einem Umschaltprozess, d.h. unser Band steht nicht so eng, wie es stehen sollte. Jetzt hol den Stürmer bitte oben ein bisschen auf die Seite. Nein, den blauen. Der kann keinen Druck ausüben. Also ich würde jetzt als Innenverteidiger instinktiv sofort meine mittlere Kette zurück rufen. Wir haben keine Situation, wo wir Druck ausüben können auf den Ball, d.h. der Ballführende kann einen sauberen Ball spielen ohne Gegnerdruck. Sofort die Sechser zurück rufen. Die interessieren hier nicht mehr. Der ist mir völlig egal. Der ist gefährlich und du holst dir den Ball und sofort zurück und was erreiche ich dadurch, dass er den Ball nicht mehr in die Tiefe spielen kann. Das heißt, es kommt ein Ball hier rein und das verzögert schon wieder und damit kann ich in diese Position reinkommen. Er kann Druck ausüben und er kann abkippen und damit habe ich ein kompaktes Mittelfeld. Und das ist immer die Frage, ich glaube man sollte die Innenverteidiger so schulen, dass wenn du in einem Umschaltprozess bist und du keinen Druck auf den Ballführenden ausüben kannst, dass die Sechser sich sofort fallen lassen, nach hinten weg. Keinen Druck mehr auf den Ball. Weil dann ist der Druck auf den Ball gefährlich. Das ist aber eine Philosophiefrage immer. Also das muss jeder Trainer für sich selber entscheiden.
Ich glaube es ist der einzige Weg mit dem System, dass du defensiv dann gut stehst. Dann ist es ja auch möglich mit dem gut zu stehen. Aber wenn du natürlich dann es so schaffst deinen defensiven Umschaltprozess aufzufangen, das wäre dann auch wieder einer der Nachteile, finde ich, ist wenn du natürlich dann jetzt hier aus irgendeinem Grund den Ball eroberst. Dann hast du jetzt natürlich wieder extrem weite Wege im offensiven Umschaltprozess, weil du hast eigentlich nur die zwei als Anspielstation.
Wenn du flach spielst, dann spielst du in dem Moment defensiv an dem Tag oder?
Ja, aber du willst ja trotzdem auch nicht defensiver Spiel, willst die Aktionen nach vorne und ich denke mit dem System ist es schwierig.
Moment, ich weiß nicht, ob man von dem System 4-4-2, flache Vier, darauf schließen kann das wir defensiv spielen. Ganz im Gegenteil.
Ich finde das überhaupt nicht defensiv. Ich finde das vom Umschalten her wirklich ein schwieriges System und das zweite ist, dass du in dem System viel extremer im Raum spielen musst, finde ich, wie bei 4-5-1. Also beim 4-5-1 habe ich eine viel klarere Zuordnung. Da kann ich viel klarer in der Mitte sagen, so zwei Sechser du hast den, du hast den, du hast den. In dem System bin ich eigentlich nur damit beschäftigt immer Passwege zuzustellen und das ist viel, viel schwieriger. Ich muss als Stürmer Passwege zustellen, ich muss im Mittelfeld Passwege zustellen, ich bin eigentlich nur auf Passwege konzentriert.
Kleine Frage von mir. Wovon hängt das ab, ob wir einen langen Weg zum Tor haben, oder nicht? Wovon hängt das denn ab?
Wo wir den Ball gewinnen.
Wie hoch wir stehen.
Wie hoch stehen wir? Also das System 4-4-2 ist aus meiner Sicht überhaupt kein defensives, sondern ein sehr offensives System.
Schon, bloß der Punkt ist ja, dass du wahrscheinlich oft die Situation haben wirst, dass du die Kette hier ein Stück eingeschoben und defensiver haben musst, um das Zentrum zu sichern, weil sonst hast du es nicht gesichert. Und dann kommst du eigentlich meistens in die Situation, dass du relativ nicht sehr hoch stehst wahrscheinlich mit dem System und deswegen hast du meistens einen relativ weiten Weg zumindest zum Tor.
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