Booklet DVD Fussballtrainer Spezial: Schnelligkeit

Liebe Trainerkolleginnen,
Liebe Trainerkollegen,

Die Schnelligkeit ist im modernen Fussball ein leistungslimitierender Faktor von zunehmend großer Bedeutung
Schnelle Beine machen den Unterschied und zeichnen einen guten Fußballer aus. Die Fähigkeit Dribblings, Torschüsse, Täuschungen und Richtungsänderungen unter höchstem Gegnerdruck mit maximaler Geschwindigkeit durchzuführen, ist Grundvorrausetzung für erfolgreiches Fussballspielen.

Ein schneller Antritt zum Doppelpass, nach einem Übersteiger oder einem gewonnenen Zweikampf – die ersten Meter entscheiden!

In dieser DVD werden neben gezielten Aufwärmübungen in einem dreistufigen Trainingsmodell folgende Merkmale der Schnelligkeit geschult:

Stufe 1: Basisschulung
Vor allem Aufbau und Verbesserung der Schnellkraft.

Stufe 2: Frequenz – und Sprinttraining
Unter Frequenzschnelligkeit versteht man die Fähigkeit hohe Frequenzen zu laufen. Ein gutes Bild zur Beschreibung: die Beine sollen wie eine Nähmaschine arbeiten. Eine entscheidende Fähigkeit für die ersten Meter.

Stufe 3: Reaktions- und Aktionsschnelligkeit
Unter Aktionsschnelligkeit versteht man die Fähigkeit Handlungen mit Ball schnell durchzuführen.
Abgerundet wird diese DVD durch ein Bonusprogramm mit Übungen zur Rumpfstabilisation. Denn bei Antritten, Sprints mit und ohne Ball oder bei schnellen Richtungsänderungen wirkt die Rumpfmuskulatur unterstützend und stabilisierend.

Wenn der Oberkörper bei einem schnellen Richtungswechsel wie ein „Schluck Wasser“ in der Kurve hängt, dann hat ein Gegner mit gut trainierter Rumpfmuskulatur genug Zeit davonzulaufen. Besitzt der Oberkörper beim Sprint zu wenig Stabilität, läuft der Spieler langsamer, da der Oberkörper unruhig hin- und herpendelt. Dabei geht wichtige Energie unnötig verloren. Ohne Körperspannung hat der Torschuss keine Power und beim Zweikampf wird man weggedrückt.

Wie werden die Stufen angewandt?

Optimal:
Das Training einmal die Woche als alleinigen Inhalt und zusätzlich zum Vereinstraining durchführen.
Ausgehend von drei Monaten empfehlen wir folgende Anwendung:

1. Monat: Stufe 1 und 2
2. Monat: Stufe 2 und 3
3. Monat: Stufe 3

Mindesttraining:
Bei zwei Trainingseinheiten in der Woche mindestens einmal pro Woche Schnelligkeitsübungen in das reguläre Training integrieren. Dabei beachten, dass das Training zu Beginn einer Einheit nach dem Aufwärmen stattfindet. Dabei wählen Sie ein bis zwei Übungen aus dem Programm aus. WICHTIG: Auch dabei soll die Reihenfolge der Stufen eingehalten werden.

Was muss beachtet werden?
Die Übungen im Zusammenhang mit einer schnellstmöglichen Ballan- und mitnahme oder anderen Techniken trainieren. Dies ist spielnah und fördert die Motivation der Spieler. Fordern Sie nach einer kurzen Lern- und Gewöhnungsphase eine maximale Geschwindigkeit bei der Ausführung der Übungen. Das Problem: Schnelligkeits-Training ist eigentlich ein falsch zu verstehender Begriff. Schnelligkeit wird gelernt. Trainieren die Spieler die Übungen in einem langsamen Tempo, werden auch diese Geschwindigkeiten abgespeichert. Was in einem komplexen Hirnprozess abläuft, heißt ganz einfach: Ihre Spieler werden in diesem Fall nicht schneller, sondern langsamer. Dafür müssen die Spieler nicht nur körperlich, sondern auch geistig vollständig erholt sein. Dadurch können sie die ganze Konzentration und den Willen auf die Ausführungsgeschwindigkeit richten.

Qualität vor Quantität. Achten Sie immer auf eine saubere Bewegungsausführung. Auch hier wird z.B. eine mangelnde Körperspannung gelernt. WICHTIG: Bei Ermüdungserscheinungen sofort abbrechen. Sonst ist Schnelligkeit- Lernen aufgrund der oben genannten Punkte nicht möglich. Wenden Sie viele unterschiedliche Übungen zum Vermeiden der Geschwindigkeitsbarriere an. Darunter versteht man das Stehenbleiben auf einer Schnelligkeitsstufe durch das monotone Trainieren der immer gleichbleibenden Aufgabe. Der Spieler gewöhnt sich daran, obwohl es noch weiter gehen könnte.

Wie soll Schnelligkeit trainiert werden?
Es gibt verschiedene Methoden, Schnelligkeit zu trainieren. Wir empfehlen folgende Richtlinien.
Aufwärmen ist Pflicht. Die Muskulatur wird sehr beansprucht. Um Verletzungen zu vermeiden und die einzelnen Muskeln zu aktivieren, muss ein spezifisches Warm-up erfolgen. Je nach Spielerzahl müssen mehrere Stationen mit der gleichen Übung aufgebaut werden. Pro Station sollen es maximal 7 Spieler sein. Sonst wird die Pause zwischen den Wiederholungen zu groß. Die Übungen werden mit maximaler Intensität über kurze Strecken (5-30 Meter) trainiert.

Trainingsprinzip: 2-3 Serien einer Übungen mit jeweils 6-8 Wiederholungen.
Das bedeutet konkret: 6-8 Wiederholungen einer Übung. Dann 3-5 Minuten Pause. Wieder 6-8 Wiederholungen – 3-5 Minuten Pause – 6-8 Wiederholungen – 3-5 Minuten Pause.
In der Pause von 3-5 Minuten sollen sich die Spieler erholen. Sie soll aktiv sein. Geben Sie den Spieler einfache Technikaufgaben wie lockeres Kurzpassen zwischen 2 oder 3 Spielern. Diese Pause ist wichtig, damit die Spieler bei den nächsten Wiederholungen wieder mit höchster Geschwindigkeit trainieren können. Die Pause zwischen den einzelnen Wiederholungen ergibt sich von selbst. Die Spieler sollen nach der Ausführung der Übung zum Startpunkt zurück gehen und nicht im Dauerlauf unterwegs sein.

Kräftigungsübungen:
Trainieren Sie zusätzlich Übungen zur Kräftigung vor allem der Rumpfmuskulatur. Diese können entweder am Ende einer Schnelligkeitsseinheit oder zu Hause z.B. abends beim Fernsehen durchgeführt werden. Das optimale Ergebnis bekommen Sie, wenn Sie die Übungen zwei bis dreimal die Woche anwenden.

Ab welchem Alter ist Schnelligkeitstraining sinnvoll?
Kinder ab einem Alter von 6-7 Jahren bringen folgende Voraussetzungen mit:

  • Günstige Körperproportionen
  • Die Fähigkeit, schnell zu reagieren, entwickelt sich sehr gut
  • Schnelle Entwicklung bei der Frequenzschnelligkeit
  • Hohe koordinative Lernfähigkeit
  • Entwicklungsschub der Willenskraft

Fazit: Schnelligkeitstraining ist ab ca. 6 Jahren nicht nur sinnvoll, sondern für alle Sportarten, bei denen Schnelligkeit ein leistungsbestimmender Faktor ist, absolut empfehlenswert.

    Wie sieht ein Training aus?

    1. Aufwärmen
    2. Kurzes Andehnen (max. 10 Sekunden) folgender Muskeln: Oberschenkel vorne und hinten, Wade, Adduktoren und Hüftbeuger. Vermeiden Sie langes Dehnen von 20 Sekunden, da die Muskulatur dadurch entspannt und weich wird. Für ein Schnelligkeitstraining ist dies kontraproduktiv, da sie unter Spannung sein muss.
    3. Schnelligkeitsübungen
    4. Abwärmen und Dehnen (pro Muskel 20 Sekunden). Bei einer Integration ins normale Training würde an dieser Stelle das weitere Trainingsprogramm folgen und danach das Abwärmen erfolgen.

    Und nun viel Spaß und viel Erfolg mit der DVD!

    Ihr Team vom DVD-Fussballtrainer

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