Die Koordination – Schulung der koordinativen Fähigkeiten (Teil 1/2)
Nachdem wir bereits die unterschiedlichen koordinativen Fähigkeiten vorgestellt haben möchten wir in diesem Beitrag auf die Schulung dieser eingehen. Dabei unterscheiden wir verschiedene Alterstufen. Nach verschiedenen Entwicklungsstufenmodellen in der Sportwissenschaft unterscheidet man folgende „durchschnittliche“ Alterstufen:
1) Gestaltungswandel
- Vorschulalter – 3. bis 7. Lebensjahr
- Frühes Schulkindalter – 1. bis 3. Schuljahr
- Spätes Schulkindalter – 3./4. bis 5./6. (Mädchen) bzw. 3./4. bis 6./7.Schuljahr (Jungen)
2) Gestaltungswandel
- Pubeszenz – 5./6. bis 7./8. (Mädchen) bzw. 6./7. bis 8./9. Schuljahr (Jungen)
- Adoleszenz – 7./8. bis 10./11. (weibliche Jugend) bzw. 8./9. bis 11./12. Schuljahr (männliche Jugend)
Schulung der koordinativen Fähigkeiten im Vorschulalter
Mangelhafte Koordination ist meist nicht auf unzureichende Anlagen, sondern auf unzureichende Förderung in frühen Lebensjahren zurückzuführen. Daher ist es dringend notwendig, möglichst frühzeitig diese zu entwickeln, wobei es eigentlich kein zu früh gibt, sondern lediglich unzulängliche, d.h. dem Entwicklungsstand der Kinder noch nicht ausreichend angepasste Methoden.
Folgende Prinzipien im Fußballtraining sollten demnach beachtet werden:
- Erlernen einer Vielzahl von relativ einfachen Bewegungsformen
- Gezielte Erweiterung des Bewegungsschatzes
- Vielseitige und variationsreiche Aufgabenstellungen
- Erlernen von Alltagsbewegungen, Rumpfsteuerungen und langsamen Simultanbewegungen
Schulung der koordinativen Fähigkeiten im frühen Schulkindalter
In diesem Altersbereich besteht im Fußballtraining eine ausgeprägte Möglichkeit, die koordinativen Fähigkeiten zu entwickeln. Allerdings ist diese hohe Lernfähigkeit – sie erfährt in der nachfolgenden Phase eine nochmalige Steigerung – nicht mit einem entsprechenden Vermögen verbunden, das Gelernte auch dauerhaft zu behalten. Diese mangelnde „Merkfähigkeit“ erfordert in dieser Altersstufe ein mehrfach wiederholtes Üben, um eine Stabilisierung zu gewährleisten.
Das frühe Schulkindalter kann als intensives Entwicklungsalter für die Vervollkommnung der nachfolgenden Fähigkeiten bezeichnet werden: (für Mädchen und für Jungen)
- Reaktionsfähigkeit
- Räumliche Differenzierungsfähigkeit bei hochfrequenten Bewegungen
- Koordinationsfähigkeit unter Zeitdruck
Speziell für Mädchen bilden die Gleichgewichtfähigkeit und Geschicklichkeit besondere Fähigkeiten in dieser Alterstufe.
Nicht zu vergessen ist dabei grundsätzlich, dass diese Fähigkeiten v.a. in Zusammenhang mit einfachen Bewegungsformen erlernt werden sollen.
Schulung der koordinativen Fähigkeiten im späten Schulkindalter
Der sich vollziehende Abschluss der motorischen Hirnreife, eine verbesserte Wahrnehmungsfähigkeit und Informationsverarbeitung sowie günstige Hebel-Kraft-Verhältnisse und das geringe Körpergewicht führen dazu, dass diese Phase das beste Lernalter darstellt. Fast alle koordinativen Fähigkeiten erleben im Fußballtraining hier die besten Zuwachsraten. Vor allem ist dieses Alter gekennzeichnet durch eine Verbesserung der:
- motorischen Steuerungsfähigkeit
- Kopplungsfähigkeit
- räumlichen und zeitlichen Differenzierungsfähigkeit
- Reaktionsfähigkeit
- Rhythmusfähigkeit
Kinder lernen hier auf Anhieb! Dies ist umso ausgeprägter entwickelt, je feiner, genauer und vielfältiger die Kinder ihr Bewegungskönnen entwickeln konnten, d.h. je größer ihr bis dahin erworbener Bewegungsschatz ist.
In einem weiteren Artikel werde ich dann auf den 2. Gestaltungswandel (Pubertät, Adoleszenz) eingehen und darstellen was es hier zu beachten gilt.
Bis dahin verbleibe ich mit besten Grüßen
Michael Schuppke







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