Die Koordination – Schulung der koordinativen Fähigkeiten (Teil 2/2)
Nachdem wir in Teil 1 dieses Zweiteilers bereits auf die Grundlagen der Schulung der koordinativen Fähigkeiten im Vorschul-, frühen Schulkind- und späten Schulkindalter eingegangen sind, möchte ich dies nun komplettieren um die Entwicklungsstadien der Pubertät und Adoleszenz.
Schulung der koordinativen Fähigkeiten in der Pubertät
In diesem Entwicklungsabschnitt erfährt die Schulung der koordinativen Fähigkeiten eine Art Stagnation. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich eine Veränderung der Proportionen (vorwiegend Extremitätenwachstum). Vor allem Bewegungen, die eine höhere Genauigkeit und entsprechende Feinsteuerung erfordern, erleiden dabei einen Qualitätsverlust. Zudem verbessern sich in der Pubeszenz die konditionellen Fähigkeiten enorm, was bedeutet, dass sich die koordinativen Fähigkeiten dem erst anpassen müssen. Im Einzelnen wären dies:
- Differenzierungsfähigkeit: Aufgrund der Geschlechtsreife kommt sie hier zur Stagnation, allerdings ist sie durch intensives Training aufzuheben.
- Orientierungsfähigkeit: Sie stagniert bis zum 13.Lebensjahr.
- Gleichgewichtsfähigkeit: Sie stagniert.
- Reaktionsfähigkeit: Sie stagniert.
- Rhythmusfähigkeit: Sie zeigt vom späten Schulkindalter an keine Zuwachsraten mehr.
- Kopplungsfähigkeit: Sie stagniert.
Als Konsequenz für das Fußballtraining sollte die weitere Verbesserung und Festigung von bereits erlernten, regelmäßig geübten und schon sicher beherrschten Bewegungen im Vordergrund stehen.
Schulung der koordinativen Fähigkeiten in der Adoleszenz (16 – 24 Jahre)
Insgesamt gesehen stellt die Adoleszenz nochmals eine Periode guter Lernfähigkeit dar. Die oben genannten Gründe für die Stagnation in der Pubeszenz gleichen sich wieder aus, so kommt es zu einer allgemeinen Stabilisierung von bereits beherrschten Fähigkeiten, sowie zu einer weiteren Verbesserung der:
- Steuerungsfähigkeit
- Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit
- Kopplungsfähigkeit
- Orientierungsfähigkeit: Sie erlebt ab dem 13. bis zum 16. Lebensjahr ein Entwicklungsschub.
- Reaktionsfähigkeit: Sie erfährt ab dem 16.Lebensjahr nochmals ein Leistungsschub
Zusammenfassung
Insbesondere im Zusammenhang mit der fußballspezifischen Technik und dem Techniktraining kommt einer gut entwickelten allgemeinen und speziellen Koordinationfähigkeit im Fußballtraining eine hohe Bedeutung zu. Bei gut koordinierten Bewegungen führt das gute Zusammenspiel zwischen Nerven- und Muskelsystem zu flüssigen und harmonischen Bewegungsverbindungen. Der Krafteinsatz ist ökonomisch und rund.
Daher ist es in hohem Maße erforderlich, die koordinativen Fähigkeiten in den Etappen Grundausbildung und Grundlagentraining zu schulen, auch aufgrund der hohen Zuwachsraten der Ausprägungsgrade insbesondere im frühen und späten Schulkindalter.
Zusammenfassend lässt sich festhalten.
- Differenzierungsfähigkeit: rascher Anstieg im frühen und späten Schulkindalter mit wenig geschlechtsspezifischen Unterschieden
- Rhythmusfähigkeit: starke Entwicklung im frühen und späten Schulkindalter, zum Ende des späten Schulkindalters besonders bei Mädchen
- Orientierungsfähigkeit: stetiger Anstieg, besonders stark während des frühen Schulkindalters
- Gleichgewichtsfähigkeit: besonders gute Entwicklung am Ende des Vorschulalters und im frühen Schulkindalter
- Reaktionsfähigkeit: höchste Zuwachsraten im frühen Schulkindalter; bei Mädchen auf niedrigerem Niveau
- Kopplungsfähigkeit: insbesondere gut trainierbar im späten Schulkindalter und nochmals in der Adoleszenz








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