Der Fußballtrainer – Tätigkeitsfeld & Einflussfaktoren
„Der liebe Gott macht Spieler, Trainer machen Mannschaften“.
(Dettmar Cramer)
Trainer sind Taktiker, Tüftler und Träumer, sie sind Strategen. Die meisten feilen jahrelang an ihrer Traumelf und Strategie, dennoch müssen sie binnen Sekunden entscheiden, welcher Spielzug zum Erfolg führt. Die Literatur definiert den Begriff „Trainer“ [engl. Coach] als einen „sportlichen Ausbilder und Betreuer einer Mannschaft“ (ROHR, 2006, S.523), der in der Regel einen, je nach Leistungsklasse geforderten, Qualifikationsnachweis besitzt. „Die Bezeichnung Trainer kann sowohl der Beruf als auch die Funktion (bei nebenberuflicher Trainertätigkeit) ausdrücken. Ihrem Aufgabenbereich und ihrer Qualifikation entsprechend werden sie z. B. als Nationalmannschafts-, Chef- oder Nachwuchs-Trainer bezeichnet“ (ROHR, 2006, S.523). Der Fußballtrainer wird folglich als sportlicher Leiter, Berater oder Ausbilder beschrieben, der die ihm anvertrauten Fußballer ausbildet. Zudem verbessert bzw. optimiert er deren physiologisches und psychologisches Leistungsvermögen mit Blick auf einen oder mehrere Wettkämpfe.
„In England und Schottland wird der Trainer eines Klubs als Manager bezeichnet, wenn seine Befugnisse die der Betreuung der Mannschaft“ (ROHR, 2006, S.341) übersteigt. Im Profifußball bezeichnet man eine Person, die im Verein die Position des Trainers und des Managers ausfüllt, als Teammanager. Diese Funktion übt bspw. Felix Magath beim VfL Wolfsburg aus.
Tätigkeitsfeld bzw. Aufgabenbereich des Fußballtrainers
Der Trainer muss in seiner Tätigkeit verschiedene Aufgaben übernehmen und somit in unterschiedlichen Rollen auftreten. Der Übergang der einzelnen Aufgabenbereiche ist natürlich fließend. Ein Trainer ist in jeder einzelnen Rolle gefordert. Heute ist es jedoch üblich, dass sie sich Experten als Unterstützung holen. Folgende Rollenaufgaben müssen Trainer bewältigen und ausführen.
Der Trainer als Experte
Ein Fußballtrainer besitzt umfangreiche sportartspezifische Kenntnisse. Er ist Fachmann in allen Bereichen des Fußballspiels, von Trainingsinhalten (Technik, Koordination, Taktik, etc.) und –gestaltung, Wettkampfplanung, Talentförderung bis hin zu teambuildenden Maßnahmen. Des Weiteren sollte er über spezielle Kenntnisse unteranderem in den Bereichen Trainingslehre, Sportmedizin, Soziologie und Management verfügen.
Der Trainer als Psychologe
Der Trainer hat vor allem die Aufgabe seine Spieler zu motivieren, sei es vor dem Spiel oder vor besonderen Trainingseinheiten. Er muss auf seine Spieler so einwirken, dass sie „in der Lage sind, ihre physischen, psychischen und kognitiven Leistungen auf den Punkt abrufen und umsetzten“ (AKBAS, 2007, S.49) zu können. Der Trainer setzt bspw. seine psychologischen Kenntnisse so ein, dass er den Spielern bei der Bewältigung von Misserfolgen helfen kann, aber auch Mittels Lob und Anerkennung das Selbstwertgefühl seiner Spieler zu steigern. Gerade in diesem Bereich holen sie sich absolute Experten an ihre Seite.
Der Trainer als Pädagoge
Die Ordnung innerhalb einer Mannschaft ist von zentraler Wichtigkeit. Der Trainer muss darauf achten, dass seine Spieler Dinge wie Pünktlichkeit, Gewissenhaftigkeit, soziales Verhalten, Kollegialität und Teamgeist beachten und darauf Wert legen. Des Weiteren erzieht er seine Spieler zur Selbstständigkeit, Entschlossenheit und verantwortungsbewusstem Handeln.
Der Trainer als Wettkampfbetreuer
Der Trainer bereitet seine Mannschaft sowohl psychisch als auch physisch auf einen Wettkampf vor. Er legt bestimmte taktische Varianten fest und kommuniziert diese seinen Spielern, in Einzel- und Gruppengesprächen. Während des Wettkampfes versucht er Mängel zu korrigieren, die das spielerische
aber auch kämpferische Auftreten eines Teams betreffen. Zudem analysiert er gegnerische Schwächen und Stärken, und versucht diese seinen Spielern zur Halbzeitpause zu vermitteln, um ans Ziel zu gelangen. Doch gerade die Nachbereitung von Wettkämpfen ist eine seiner umfangreichen Aufgaben. Aufgrund seiner gewonnenen Kenntnisse gestaltet er Trainingsabläufe und –inhalte. Trainer Josè Morinho bspw. erläuterte in einem Interview, dass er während der ersten Halbzeit eines Spiels unentwegt Notizen macht, um seinen Spielern in der Halbzeit mit Rat zur Seite stehen zu können. Hingegen notiert er während der 2. Halbzeit gar nichts mehr. In dieser Zeit versucht er aktiv das Spiel seiner Mannschaft zu unterstützen. Auf die Frage warum er nichts mehr notiere antwortete er lediglich, dass er keine Halbzeit mehr zur Verfügung habe um seinen Spielern hilfreiche Erkenntnisse zu vermitteln. Er analysiert die 2. Halbzeit und auch die erste im Anschluss an das Spiel.
Der Trainer als Repräsentant des Vereins
Des weiteren vertritt der Trainer den Verein in sportlichen Belangen gegenüber der Öffentlichkeit. Er muss sich den Medien stellen und gegebenenfalls seine Entschlüsse rechtfertigen. Zudem sollte er dabei immer seine Fachkompetenz ausstrahlen und souverän auftreten. Er darf keine Zweifel an seiner Entscheidungsfähigkeit aufkommen lassen. Fehler sollte er eingestehen können und sich niemals herablassend über die Schiedsrichter, die eigene oder auch gegnerische Spieler äußern. Jedoch wird der Trainer nicht nur eingestellt um den Spielstil einer Mannschaft zu verbessern, sondern auch um mitzuhelfen neue Vereinsstrukturen zu schaffen oder Gegebene weiterzuentwickeln. Der heutige Status und das Image vieler Vereine wurden von ehemaligen Trainern bewirkt.
Einflussfaktoren auf die Arbeit des Fußballtrainers
Der Fußballtrainer wird, wie oben beschrieben, mit einigen Einflüssen, Aufgaben und Bezugsgruppen konfrontiert und hat sich diesen erfolgreich zu bewähren. Folgende Grafik stellt die Einflussfaktoren, auf die Arbeit eines Fußballtrainers dar.
Marco Mesirca / 02.02.2012







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