Hallentaktik Teil 2
Hallo liebe Freunde des DVD-Fussballtrainers,
heute wollen wir euch den zweiten Teil zum Thema Hallentaktik zeigen.
In diesem Video zeige ich Euch weitere Ausführungen zur “raumorientierten Defensive”. Ausserdem wird in diesem Video auch das Thema “Raute” behandelt.
Wir wünschen Euch viel Spaß dabei und sind schon auf eure Erfahrungen zum Thema Hallentaktik gespannt.
Euer David
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Ich wollte nochmal auf das System eingehen, das wir gesagt haben, wie man es in der Halle spielen sollte. Dazu haben wir ja noch ein Video auf unserer Internetseite, das ihr euch dann vielleicht nochmal anschaut, wenn ihr jetzt nicht gerade das richtige Gefühl dafür habt. Wir haben natürlich hier mit einem Stürmer, mit dem wir spielen, mit einem Läufer, mit dem wir spielen und mit zwei Flügelspielern hier ein relativ statisches System. D. h., wenn ich einen sehr starken Gegner habe, der sich dann am besten auch noch zurückzieht in die eigene Hälfte, so dass ich dann in diese Konstellation hier rein komme, habe ich ganz oft gesehen, dass Mannschaften hier eben nicht raumorientiert verteidigen, was so ausschauen würde, um das Zentrum zu sichern und dann, wenn der Ball hier rauskommt, hier mit raus schieben, raumorientiert zu spielen, sondern dass die wirklich in dieser Situation hier stehen bleiben, eine Manndeckung übernehmen und ich eigentlich kaum eine Chance habe, hier ein Spiel nach vorne zu eröffnen. Und jetzt ist es ganz wichtig, dass ich mir den Gegner optimal herstelle. D. h., dass mein Läufer nicht immer auf dieser Position hier stehen bleibt, Torwart läuft bei uns hier in der Regel ja nicht drüber, sonst wäre es ganz einfach – einfach weiterlaufen, also müssen wir auch ein bisschen variabler sein. D. h. unseren Stürmern beibringen, dass vielleicht der zweite Läufer auch mal in diese Position reingeht, dass ich eine solche Zusammenstellung hier bekomme. Und jetzt durch Körpertäuschungen – rechts antäuschen, links rauskommen z. B. – versuche, diesen Spieler durch eine offene Stellung durch den Reaktionsvorteil zu bekommen und jetzt eben mit einem defensiven Spieler entweder innen oder außen – man kann auch mal antäuschen außen und dann innen reinlaufen – den Ball hier abgelegt bekommen zum Torabschluss. Wichtig ist, dass der zweite Spieler nach innen reinschiebt um das Zentrum zu sichern um den Konter ein bisschen abbremsen zu können. Das ist natürlich hier der beste Fall, dass es so passiert. Denn oft kommt man dann raus, kriegt vom Torwart den Ball zugespielt und ist in dieser Situation. Auch jetzt hier wieder die Initiative durch den Reaktionsvorteil wieder von ihm aus antäuschen, nachlaufen, Ball ablegen, Torabschluss. Ich möchte noch weitergehen und meinen Jungs was beibringen, was meiner Meinung nach sehr wichtig auch im Herrenfußball ist, denn das Blocken was z. B. beim Basketball Gang und Gebe ist, dass man hier z. B. die beiden Spieler sich nebeneinander stellen. Die Verteidiger müssen sich hier irgendwie stellen, um ein Anspiel zu verhindern. Die beiden sprechen sich jetzt eben ab. D. h. der Verteidiger wird auf ihn aufpassen und der hier wird auf ihn aufpassen. Dass ich jetzt was vereinbare, d. h. dass der Spieler hier im Sprint links antäuscht, rechts rausgeht und sich dieser Spieler hier einfach in den Weg kurz reinstellt und ihn nur ganz kurz blockt und dann habe ich diesen zeitlichen Vorteil, dass er vielleicht in eine offene Stellung kommt und vielleicht sofort abschließen kann oder wir dann wieder diese zweite Lösung über den Nachlaufenden und den Einschiebenden dann zum Torabschluss kommen. D. h. eigentlich müsste die verteidigende Mannschaft durch dieses destruktive Verteidigen der Manndeckung einen Riesennachteil haben, weil ich mein Anspiel direkt in die Spitze rein bekomme, in den torgefährlichen Bereich. Aber dazu muss ich meinen Jungs eben diese Möglichkeit des Blockens beibringen und ich muss ihnen auch beibringen, mit Auftaktbewegung rechts antäuschen, links gehen, dass sie so raus kommen oder mal so raus kommen – unterschiedlicher Natur – und dann das Anspiel auch auf den gegnerfernen Fuß kommen muss. Das ist klar, dass das Anspiel hier nicht innen reinkommen darf, wo ich dann in den Konter laufe, sondern ich spiele den Ball hier gegnerfern an, so dass er ihn so halten kann und jetzt laufe ich hier nach oder ich komme von hier nachgelaufen. Wenn der Gegner clever spielt und den Raum verteidigt, das wäre jetzt eine Raumverteidigung, und jetzt wieder – ist ganz ganz wichtig – wenn die Passwege jetzt hier in diese Flächen natürlich komplett offen sind und ich hier keinen Ball in meinem 16er haben möchte, ich möchte ihn ja eigentlich komplett dort weg halten. D. h. ich muss meine Verteidiger leicht da vor stellen. Sie werden dann versuchen, den Torwart auch ein bisschen rausziehen, werden jetzt versuchen natürlich durch Freilaufbewegung in Ballbesitz zu kommen. Und jetzt muss ich hier raumorientiert verteidigen und auch meine Flügelleute hier ins Zentrum reinholen und damit ist das Anspiel in die Spitze hier absolut begrenzt, weil ich weiß, wenn er hier raus kommt bin ich einfach dran, dann habe ich ihn mit Rücken zum Tor. Wenn er hier rauskommt – hopp, der passt da rein – ich muss nur einen Schritt nach vorne machen, das ist eine relativ lange Fläche um den Ball rein zu spielen. Hier kann ich den Ball auch raumorientiert wieder erobern, weil diese zwei Leute hier eben eingeschoben sind. Wenn der Ball hier raus geht, muss ich ihn ja nur außen stellen, hier an ihm dann dran sein, raumorientiert wieder verteidigen und jetzt ist das Angreifen wieder richtig schwierig gemacht worden. D. h. hier im Hallenfußball ganz wichtig, dass man raumorientiert verteidigt, dass man weiß, wie man sich im Spielaufbau verhält, nämlich den anderen ganz weit nach vorne schieben und wie ich spielen muss, wenn ich in Unterzahl bin. Das müssen meine Jungs wissen. Ich muss als Trainer das Kommando geben können: So Jungs, wir müssen Druck ausüben! Wobei man wirklich die Frage stellen sollte im Jugendfußball, sollte ich auf den Ball eigentlich immer versuchen, immer Druck auszuüben um möglichst schnell in Ballbesitz zu kommen und möglichst viel Ballbesitz haben zu können.
Ich möchte nochmal ganz kurz, weil wir auch gefragt worden sind, wie es denn ist, wenn man – viele Mannschaften spielen in der Halle mit Raute – wie ich jetzt gegen die Raute verteidigen soll. Also das Entscheidende ist, dass ich meinen Jungs erkläre, wie wir gegen die Raute verteidigen. Es gibt zwei Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit ist, ich verteidige weiter im Raum, was ich hier in der Halle für nicht so gut halte. Oder ich richte mich in der Defensive einfach nach meinem Gegner, indem ich auch in ein Rautensystem gehe und in dieses Rautensystem auch raumorientiert spielen lasse. D. h. wenn das Anspiel hier auf den vorderen kommt, dass ich hier eine klare Zuordnung habe, die Passwege in die Spitze wieder durch Einrücken der Spieler hier wieder verhindern kann. Wenn der Ball nach außen kommt, schieben wir mit allem was wir haben auf Ballseite rüber um so immer wieder eine Überzahl auf Ballseite zu schaffen und die Passwege auf die Spitze zu verhindern. Auch mit einem Torwart, der aktiv dahinter arbeitet und schaut, dass die Bälle da vorne nicht reingespielt werden können. Gegen das Rautensystem spricht, ich kann hier natürlich super Druck auf den Ball sofort ausüben und er hat eigentlich nur die Möglichkeit, den Ball wieder zurück zu spielen oder wenn er den Ball hier an den Flügel spielt, hat er immer einen weiteren Gegner, das ist die Bande. D. h. ich kann hier immer mit Bande gemeinsam hier sozusagen ein 2 gegen 1 spielen, ich sollte bloß aufpassen, dass ich hier den Ball nicht gegen die Bande spiele und dann der hinter mir vorbei läuft. Aber hier muss ich meine Spieler eben schulen, dass sie nicht dieses typische Stochern machen, d. h. wenn der hier im Ballbesitz ist, dass ich mich so nahe auf ihn draufklemme, dass dann hier irgendwann mal so eine Stocherei entsteht und dass wir dann in diese Situation kommen. Sondern da muss ich meine Spieler eben schon drauf schulen, dass derjenige mit dem Rücken zum Tor ist. D. h. ich muss eine Handlänge von ihm weg sein und hier nicht reinstochern, weil das keinen Sinn macht. Mit 50 % Wahrscheinlichkeit verliere ich die Stocherei und er setzt sich durch, sondern ich bleibe einfach nur hier hinten dran, komme hier von der Seite hier wieder raumorientiert, einzige Möglichkeit, zurück zum Torwart zu spielen oder in den Zweikampf zu gehen, den ich dann gewinnen kann. D. h. Stochern ist immer schlecht. Was ich nicht so gut finde in der Halle oder ich sogar das absolut ausschließe für meine Jungs, ist mit einer Raute zu spielen, weil ich mir eine Anspielstation nehme und zwar ist das die Anspielstation des Torwarts in der Offensive. In der Defensive bleibt diese Anspielstation erhalten, d. h. wenn ich unter Druck gesetzt werde, kann ich zurück spielen. Aber ich kann hier keinen Raumgewinn erzielen gegen so eine Defensive, die halbwegs gut verteidigt. D. h. das was ich mir hier nehme mit der Raute ist das Anspiel direkt auf die Spitze, d. h. es gibt kein Anspiel das wirklich vorne reinkommt, um in Tornähe in Ballbesitz zu kommen. D. h. hier bin ich dann absolut drauf angewiesen, hier durch irgendeine Kombination durchzukommen, wenn der Gegner halbwegs gut verteidigt, hast du keine Chance hier durchzukommen. Also man nimmt sich in der Offensive einfach eine Anspielstation. Wenn wir das mal sehen, wenn wir den hier mal wegtun und nach vorne stellen – so – jetzt kann mein Torwart mit rauskommen und jetzt habe ich einfach fünf Leute im Spielaufbau anstatt nur vier. D. h. ich bin weniger auf Zweikämpfer angewiesen, ich kann bessere Passfolgen machen, ich habe den Pass immer in die Spitze vorne rein, d. h. ich komme in Ballbesitz in Tornähe, deswegen ist ein System mit zwei Leuten außen und einem Läufer und einem Stürmer ist eigentlich von der Taktik her gesehen das sinnvollere Konzept. Was ich auch noch dazu sagen möchte – wo meine Mannschaft auch konfrontiert wurde damit – ist mit dem Kreuzen der Stürmer z. B. D. h. wir haben hier – beim Abstoß versuche ich voll raumorientiert zu spielen, d. h. wir versuchen vorne reinzukommen, du kommst eigentlich immer wieder in diese Formation hier rein, dass ich meinen Jungs sage sie sollen nicht hinten dran stehen, der darf nicht den Ball über die Mittellinie spielen, der muss natürlich weiter raus und sie sollen sich jetzt nach vorne reinstellen und sollen versuchen, den ersten der sich hier anbietet, versuchen hier vorne reinzukommen und dann gleich den ersten Kontakt Richtung Tor machen zu können. Möglichkeit vom Torwart ist dann, den Ball hier rein zu spielen, aber hier ist es ein leichtes, hier wieder den kurzen Weg zum Tor wieder zuzumachen und dann von oben wieder zu Doppeln. D. h. hier würde ich im Fußball immer zustellen – immer versuchen, vorne reinzukommen, der darf nicht über die Mittellinie spielen. Sobald hier – der Gegner ist clever und macht den Ball raus – dieser Kontakt kann sicher nicht mehr tornäher stehen, weil der sich nach hinten wegschiebt und mit einem Flugball bin ich ausgespielt. Dann muss ich wieder in diese raumorientierte Formation zurückgehen und dann wirklich, wenn der hier vorne reinkommt, dass ich wirklich dran bin, dass wir in diese Position hier reinkommen und von oben doppeln können um den Raum um den Ball zu schließen, um ihn raus zu spielen. D. h. Hallenfußball ist ein sehr komplexes Gebilde und es gibt halt einfach viele Variationen. Es hängt davon ab, wie es steht, welche Vorgaben die Jungs wirklich haben. Und die Jungs müssen von draußen eine klare Information bekommen, wie dieses Turnier zu spielen ist, wie der Gegner zu spielen ist. Dass die Kinder wirklich sofort variieren können, dass ich einen Druck auch auf den Ball ausüben muss und nicht einfach irgendwie in eine Passivität gerate. Und Hallenfußball sollte möglichst wenig mit der Bande zu tun haben. Es gibt ab und zu mal Situationen, die mit der Bande wirklich sinnvoll zu spielen sind, z. B. Ball ein bisschen zu weit vorgelegt, der greift mich an und dann spiele ich den Ball an die Bande, laufe nach und habe ihn ausgespielt. Oder ein anderes Beispiel wäre, wenn ich hier in Ballbesitz bin und wir haben ein Turnier mit vier Banden, dass ich hier auf ihn zulaufe, den scharf hier dagegen spiele, er kommt hier zurück und dann schieße ich den Ball aufs Tor – wäre auch eine Möglichkeit. Solche Bälle hier z. B. hier an der Bande, flache Bälle an der Bande entlang sind generell eigentlich zu vermeiden, weil ich wirklich in diese Situation reinkomme, der Gegner super zustellen kann und ich mit der Bande eigentlich eher einen Gegenspieler habe. D. h. hier kann ich keine Effektivität Richtung Tor eigentlich erzielen. Deshalb sind Bälle an der Bande oder auch Zweikämpfe an der Bande eigentlich immer schlecht, denn wenn ich hier …
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