Hallentaktik – Defensive
Hallo liebe Freunde von DVD-Fussballtrainer,
wir beschäftigen uns immer noch mit der Hallensaison. Eine weitere Frage, die uns immer wieder erreicht, ist das Thema des optimalen Defensivverhaltens im Hallenfussball.
Das A und O ist dabei das “raumorientierte Verteidigen”. Dieses Thema ist nicht nur in der Feld- sondern auch in der Hallensaison ein zentrales Thema der Defensive.
Wie dieses Verhalten in der Halle genau funktioniert, wollen wir euch in einem kurzen Video zeigen.
Viel Spass dabei,
Euer David
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So liebe Zuschauer von DVD-Fußballtrainer, momentan ist ja die Hallentaktik sehr in. Wir haben auch einen Bericht auf unserer Seite im Magazin gehabt und haben auch von einem unserer Trainer die Frage bekommen, wie man sich hier im Defensivverbund optimal verhalten kann. Und zwar ging es um dieses Thema: wir haben hier jetzt die Blauen im Spielaufbau und wir hatten unsere Taktik so ausgelegt, dass wir gesagt haben, wir wollen einen Stürmer sehr weit vorne vor dem Torwart haben, einen Läufer und zwei Flügelspieler auf den Seiten und jetzt ging es darum, dass wir, wenn wir verteidigen, eben nicht hinten dran stehen sollten, weil sonst der Stürmer hier natürlich einfach in Ballbesitz kommen kann. Sondern wir sollten uns eigentlich leicht seitlich vor ihn stellen, so dass wir ihn vielleicht doch noch ein bisschen im periphären Blick haben – also mit dem Kopf nicht direkt dorthin, sondern leicht seitlich, so dass ich auch wirklich erkennen wo sich der Spieler hinbewegt, dass wir hier nach vorne stehen, so dass dieses Eingraben, das wir wirklich mal geschult haben, verhindern wollen. Und jetzt ist natürlich wahnsinnig wichtig, wenn wir in der Defensive so breit stehen, dass jetzt jeder einen Gegenspieler nehmen würde, was nicht optimal ist, dann haben wir natürlich hier ein Riesenproblem, weil der Stürmer natürlich durch einen Reaktionsvorteil, z. B. eine kurze Antäuschung und dann kommt er hier raus, hier immer in Tornähe in Ballbesitz kommen kann. Das ist natürlich von unserer Seite aus nicht optimal. Hängt aber auch maßgeblich damit zusammen, wie sich die anderen drei Spieler verhalten. Ich sage immer, wenn wir jetzt nicht im Ballbesitz sind, ist das hier nicht optimal. Also Nr. 1 wäre – wenn der Ball noch gar nicht im Spiel ist, dann macht das natürlich Sinn, die Leute so zu decken. Der darf jetzt nicht über die Mittellinie drüber passen. Also macht es auch keinen Sinn, diese Leute hier zu decken. D. h. da müssen wir nach vorne, müssen versuchen den Raum abzudecken, auch so, dass wir immer einen periphären Blick auf unseren Gegenspieler haben, aber den Ball vor der Mittellinie abfangen können. Er muss ihn ja vor der Mittellinie in Empfang nehmen. D. h. er kann sich jetzt hier rein freilaufen, kriegt dann den Ball hier und dann kann ich den Weg immer noch zumachen. Das ist also kein Problem. Daher sollte ich beim Abstoß hier in diese Positionen reingehen, das Zentrum hier zu machen und diese beiden Spieler würden mich ja gar nicht interessieren. Den Torwart hier vielleicht ein bisschen nach vorne rausrutschen, um den Raum nochmal zusätzlich abzusichern, falls folgendes passiert: Wenn der Gegner jetzt gut Fußball spielt, wird er versuchen, sich hier durch eine Freilaufbewegung dieses Ding hier hin zu bekommen, so wie wir es schon mal besprochen haben. Auch wenn ich ihn sehr gut decken würde, durch ein kurzes Lösen, Weggehen, Kommen kann ich ihn kurz anspielen, prallen lassen, dann bin ich in Überzahl. So – jetzt stehe ich in dieser Formation natürlich nicht mehr richtig, denn jetzt kann der lange Ball über mich drüber gespielt werden und dann habe ich ein Problem. D. h. in diesem Fall muss ich jetzt in diese Formation zurückgehen, wenn der Gegner mich dazu zwingt, aber ich sollte jetzt anfangen, raumorientiert zu verteidigen. D. h. das Zentrum zu sichern, nicht so weit rüber zu rutschen, dass der hier sauber angespielt wird, aber so weit rüber zu rutschen, um einen Pass zu unterbinden – das ist eine lange Fläche - und aber gleichzeitig, wenn der den Ball bekommt, so an ihm dran zu sein, dass er mit dem Rücken zum Tor Fußballspielen muss, dass er wieder zurück spielt. D. h. hier ist eine klare Ansage und ein gutes taktisches Verständnis wichtig, um das hier richtig raumorientiert zu verteidigen. Auch diese beiden Spieler sollten dann nicht so stehen, denn wie man sehen kann, dann Pässe hier in alle Richtungen möglich sind. Sondern sich auch raumorientiert verhalten, d. h. ins Zentrum einrücken und versuchen, das Zentrum dicht zu halten. Wenn der Ball jetzt hier rauskommt, muss der nicht einmal attackiert werden, kann ich auch in diese Formation reingehen. Und jetzt ist es immer schwierig, die Spitze auch anzuspielen. Auch wenn der Ball hier wieder zurück kommt und ich hier in die Mitte einrutsche, ist das Freilaufen dieses Stürmers jetzt natürlich wahnsinnig begrenzt. Denn den Ball hier rüber über diese lange Distanz hier rein zu spielen. Aber durch die Raumorientierung können wir ihn hier abfangen, auch wenn er hier über die Bande spielt, dann komme ich irgendwie in diese Situation hier hinein. Wir drücken zum Tor, ich bin an ihm dran und ich kann einen Zweiten mit dazu ziehen und rutsche dann raumorientiert wieder Richtung Ball, so dass sich hier kein Problem darstellt. Also das optimale Verteidigen hat immer was mit dem Verhalten der anderen Spieler zu tun. Sobald der Ball gelöst ist, ist es immer, wenn ich Druck ausüben will auf den Ball, sollte ich immer in diese Position hier reingehen. Wenn ich jetzt Druck auf den Ball ausüben will, wenn der im Spiel ist, ist das natürlich sehr schwierig, weil ich gegen drei Leute spiele. Und damit kann ich hier dieses – sagen wir mal missmatch – dieses fehlende Verteidigen, weil ich ihn nicht optimal kontrollieren kann, weil er eben den Reaktionsvorteil hat, kann ich kompensieren durch raumorientiertes Verteidigen. Man sieht auch ganz klar in der Halle, wenn man sich eben zurück zieht in die eigene Hälfte und nur auf Konter spielt, was jetzt nicht immer ausbildungsfreundlich, aber machbar ist, wenn ich mich hier so zurückziehe und der Torwart hier mit rauskommt, dann ist das Zentrum sehr dicht und den Stürmer jetzt anzuspielen ist unheimlich schwierig. Wir wollen mal kurz drauf eingehen – also ich hoffe, ich konnte dieses Thema ein bisschen aufklären – entscheidend ist natürlich auch, dass dieser Verteidiger hier ein gutes Antizipationsgefühl hat, dass er auch wirklich mehr auf diesen Torwart achtet. Man sieht, wo der Torwart den Ball hin spielen möchte, und dass die Rollen durch diese benachbarten Leute eben unter Kontrolle gebracht werden. Jetzt sieht man häufig, wenn man jetzt 1:0 in Führung geht – also wir sagen jetzt mal Blau führt 1:0 – ich habe ja hier in meiner Hälfte eine 3 gegen 2 Überzahl. Jetzt bin ich 1:0 hinten, vielleicht noch 2 oder 3 Minuten zu spielen, das ist rein theoretisch möglich, dass sich der Torwart hier hinstellt und einfach nichts mehr macht. D. h. der Ball ist im Spiel, so wie wir es vorher gesagt haben, durch die Spieleröffnung, die immer möglich hat jetzt mein Torwart hier den Ball. Jetzt muss ich irgendwie Druck ausüben und wenn ich nicht an den Ball rankomme, kann ich auch kein Tor schießen. So, wenn ich jetzt versuche, den unter Druck zu setzen, d. h. wenn ich ihn so attackiere spielt er den Ball quer und sie kommen hier in ein Überzahlverhältnis rein und können vielleicht das zweite Tor schießen. So, wir wollen uns jetzt mal anschauen wie man das Spiel optimal lösen kann um hier möglichst schnell in Ballbesitz zu kommen. Und hier ist das Schlagwort zum Einen “Raum verteidigen” und zum Zweiten “aus dem Passweg heraus den Torwart unter Druck setzen”. D. h. ein Anspiel auf die Seite z. B. möglich – jetzt attackieren wir und schieben aber raumorientiert. D. h. wir müssen raumorientiert so gut stehen, den Torwart hier auch rausrutschen, der hier diesen Mann auch leicht mit kontrollieren kann oder zumindest Druck ausüben kann, wenn der Ball hier rein kommt. Raumorientiert versuchen unter Druck zu setzen. Und jetzt, wenn der Ball hier auf den Torwart zurück kommt, müssen wir schauen, dass wir hier zumachen, d. h. dass das Anspiel hier rüber nicht möglich ist ohne Druck und jetzt müssen wir aus dem Passweg heraus hier reinlaufen und jetzt hier einen Passwinkel herstellen, der sehr flach ist. D. h., dass der Torwart sich nicht traut, hier den Ball zurück zu spielen und jetzt von hier aus versuchen, ihn unter Druck zu setzen. Jetzt kann man natürlich sagen: na ja gut, dann bewegt der sich halt hier rein und ich spiele den Ball hier rein. Und das hat jetzt was mit Antizipation zu tun. D. h. dieser Spieler darf nicht an ihm drankleben, sondern der muss raumorientiert spielen, d. h. so stehen, so dass der Flugball von hier abgefangen werden kann – Nr. 1. Nr. 2 auch mein Torwart mit antizipiert, d. h. wenn der Ball hier rein kommt, ich den Ball vielleicht ablaufen kann, hier raumorientiert spiele, so dass der Ball nicht oben drüber kommt und dass ich aber auch möglichst viel Raum vorne abwehren kann, der Torwart hier draußen steht, also einen langen Ball mit abfangen kann. So – und jetzt muss dieser Spieler auch ein Gefühl dafür bekommen. Ich komme hier zur Raumverteilung. Wenn ich jetzt merke, dieser Spieler läuft nach Innen – und das kann man schulen, dass der das lernt – dann kann er auch weiter nach innen reingehen und versuchen, ihn hier unter Druck zu setzen. Auch ist wichtig, dass dieser Spieler, wenn er das erkennt, dass der Spieler da rein geht, vielleicht auch ein bisschen raumorientiert spielt, dass, wenn der Ball hier rein gespielt wird, dass ich ihn dann vielleicht sofort unter Druck setzen kann – und zwar wieder aus dem Passweg heraus – dass er den hier nicht anspielen kann. Und dieser Pass muss jetzt sehr genau getimt sein, dass das möglich ist und wir haben ihn hier auch noch, der wenn der Pass kommt, ihn auch noch von hinten unter Druck setzen kann. Und dann bekomme ich eine Drucksituation, wo ich den Ball erobern kann. Also das Entscheidende ist, dass ich nicht falsch angreife – das gilt auf dem Großfeld übrigens auch für den Stürmer – das Spiel zu lenken. D. h. der Ball ist hier z. B., wird hier hin gespielt, ich komme hier aus dem Passweg heraus und setzt ihn jetzt hier unter Druck. Der Torwart wird automatisch in diese Richtung gehen, wenn er nicht den Ball sofort direkt nach vorne schlägt und dann müssen wir eben den Raum optimal abdecken – das haben wir auch schon mal besprochen im Großfeld – und jetzt versuchen, ihn hier wirklich unter Druck zu setzen und jetzt hier wirklich Druck ausüben. Jetzt ist der lange Ball mit den linken Fuß hier rein nicht mehr möglich und dann muss ich im Raum noch enger stehen, damit der der Ball da nicht ausgelöst werden kann. Und so kann ich eben Druck auf den Torwart ausüben, dass ich schnell in Ballbesitz komme und dass ich eben mit höherer Wahrscheinlichkeit Tore erzielen kann. D. h. ich bin dann als Trainer gefragt, wenn ich 1:0 im Rückstand bin, Druck auszuüben auf den Ball und das so clever zu tun, dass wir eben nicht durch einen Pass in die Unterzahl geraten. Und das hat was mit Raumverteidigung zu tun, aus dem Passweg heraus angreifen, Passwege zustellen durch gute Raumverteidigung und auch die Räume optimal aufteilen, dass wir in Ballbesitz kommen.
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