Spielsystem 4-4-2 mit Raute
Hallo liebe Zuschauer des DVD-Fussballtrainers,
Wir zeigen euch heute das Spielsystem 4-4-2 mit Raute. Dazu wollen wir über ein Spiel 4-4-2 mit Raute gegen ein 4-3-3 in der Defensive sprechen.
Entscheidend für das eigene System sind immer zum einen die eigene Stärke und zum anderen die Stärke des Gegners. Beim Umschaltprozess wird oft übergangslos in ein anderes System gewechselt, um in der Defensive besser da zu stehen.
Zu welchem System man wechselt und wie das ganze taktisch aussieht, könnt ihr in diesem kurzen Video sehen.
Viel Spass dabei,
Euer David
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Liebe Zuschauer, wir befinden uns wieder in der Franchise-Besprechung in der Münchner Fußballschule. Wir wollen hier wieder auf Systeme eingehen, Vor- und Nachteile. Hier wollen wir uns einfach mal anschauen, wie ein 4-4-2 mit Raute, die sich momentan in Ballbesitz befinden, gegen ein 4-3-3 in der Defensive. Ich möchte mal kurz dazu was sagen zu der Ausrichtung 4-3-3 in der Defensive. Wenn ich mich mit einer 4-3-3 zurückziehe, so ist es nichts anderes wie ein 4-5-1, bloß dass ich hier nominell auf diesen Flügelpositionen halt eben einen Stürmer habe und keinen defensiven Mittelfeldspieler. Das ist eigentlich der einzige Unterschied. Die kommen dann hier mit zurück und dann habe ich dasselbe System wie bei einen 4-5-1. Wenn ich nach vorne Druck mache ist es das Schöne an dem 4-5-1, wenn ich hier da vorne drauf laufe, dass ich drei Leute als Spitzen dran habe. Wie man hier schön sehen kann, dass ich hier einen schönen Druck ausüben kann mit drei Leuten gegen eine Viererkette und hier vorne drinnen auch gegen die Raute super spielen kann. Hier ist natürlich dann hier hinten drinnen meine Schwachstelle, hier bin ich mit einem Mann drinnen, das heißt, hier muss immer wieder die Innenverteidigung mit raus kommen. Also man sieht hier schon, wenn ich hier vorne jetzt Druck ausübe, ist der hier innen immer frei. Natürlich verschieben wir auf Ballseite in der Defensive. Ich geh jetzt mal davon aus, das wir den hier voll unter Druck setzen, dann schieben wir natürlich voll auf Ballseite und wir schon sehen, haben wir hier drinnen dann das Problem und vor allem dann, wenn der Flügelwechsel auf die andere Seite kommt, haben wir da ein kleines Problem drin. Aber wenn der hier sauber anläuft und wirklich hier Druck macht, dann sollte der Ball hier rüber eben gar nicht spielbar sein. Das ist gegen eine Raute unheimlich schwer, den zu spielen. Im Zentrum, wenn der Ball da reinkommt, wird es natürlich sehr gefährlich. Das ist eigentlich immer so, wenn ich versuche, Druck aufzubauen vorne und ich verliere und die können sich durchkombinieren, habe ich immer hinten Probleme drin. Also, der Unterschied zwischen dem 4-5-1 und dem 4-3-3 in der Offensive ist eigentlich nur die nominelle Besetzung der Flügelspieler. Ich hätte dann hier wirklich einen Stürmer drinnen, der Podolski wär dann für Deutschland einer, das ist ein gelernter Stürmer. Ich hätte hier einen gelernten Stürmer hier auf der Seite drinnen, anstatt einen Thomas Müller, der halt, oder ist der auch ein gelernter Stürmer, ist nicht das beste Beispiel. Wen nehmen wir raus, Frank Ribery zum Beispiel. Das ist kein gelernter Stürmer, sondern das ist ein offensiver Mittelfeldspieler. Der halt ein bisschen defensiver noch denkt, als ein Stürmer. Schwachstellen bei dem 4-3-3 sind dann immer genau hinter diesen offensiven Spielern. Wenn das nominell ein Mittelfeldspieler ist und kein Stürmer, der Mittelfeldspieler antizipiert auch defensiv. Das heißt, die Bereitschaft hier mit zurück zu kommen, ist um einiges größer, als bei einem Stürmer. Der Stürmer antizipiert offensiv. Das heißt, wenn hier irgend ein komischer Ball hier rüberkommt, der nicht sauber gespielt ist, dann antizipiert er offensiv und geht hier vorne drauf, kommt ab und zu mal zu spät und dann hab ich natürlich hinten meine Lücken drin. Also da geht es eigentlich nur um die Ausrichtung des Spielers, den ich da aufgestellt hab. Also da gibt es keinen großen Unterschied. Gut, das zu dem 4-3-3. Also da gibt keinen großen Unterschied zwischen dem 4-3-3 und dem 4-5-1 in der Defensive. Es gibt viele Mannschaften, die sagen, in der Offensive versuche ich, das heißt. wenn wir im Ballbesitz sind, sehr offensive Spieler habe, das heißt die Gegenwehr sich sehr weit zurückziehen kann und sogar noch einen offensiven Zehner hier mir drinnen habe. Das heißt, den Druck nach vorne ausziehen ist natürlich viel einfacher und ich bin hier vorne mit Leuten ausgerüstet, die halt wirklich auch gelernte Stürmer sind. Also kein großer Unterschied zum 4-5-1 würde ich sagen. Bei einer Raute in der Defensive haben wir ja schon gesagt, sind immer, wenn das jetzt die Raute jetzt so wäre, ich vermute auch, dass es eigentlich in der Defensive niemand eine klare Raute spielt. Mit der Raute kannst du, das haben wir glaub ich schon mal festgestellt, sehr schlecht Druck aufbauen, weil die Flügelspieler eben hier in den Halbpositionen sind. Das heißt, normalerweise würdest du in der Defensive, wenn der Ball jetzt so rauskommt, musst du jetzt komplett hier rüber schieben. Und dann hast du hier eine Tiefenstaffelung drin, hier hast du drei Leute drin, das wird sehr schwierig zu verteidigen. Da hast du hier auch deine zwei Stürmer drin, und dann siehst du jetzt genau, was hier passiert. Wenn der sich jetzt hier anbietet, die schieben dann auf Ballseite rüber, und hier ist dann eine unglaubliche Anfälligkeit. Weil mir der jetzt dann natürlich fehlt. Normalerweise würde eine 4-4-2 mit Raute in ein 4-4-2 übergehen und da hab ich ja wieder genau dasselbe Problem, wenn ich gegen eine Mannschaft spiele, die mit drei Leuten im Zentrum besetzt ist, dass das schwer zu verteidigen ist. Da bin ich mit einem weniger. Und deswegen machen die meisten Mannschaften dann in der Defensive aus diesem 4-4-2 kippt der hier mit noch ab, damit kann er weiter draußen bleiben und damit dann diesen Druck abfangen. Also fast cleverer wäre da sogar, ein 4-4-2 mit Raute in der Defensive in ein 4-5-1 zu verwandeln. Wenn der eine Stürmer mit zurückkommt und ich dann eben ein flache vier daraus mache. Das Problem ist dabei immer der Umschaltprozess. Das 4-4-2 mit Raute ist ein klares offensives System. Und wenn wir jetzt nochmal in die Offensive reingehen und uns nochmal anschauen: dann ist es eine klares 4-5-1 ist, dann verteidigen die vielleicht so. Dann hab ich hier, wie man schon erkennen kann, die Flügel sind hier nicht doppelt besetzt, sondern sie sind nur einfach besetzt, ich hab hier im Zentrum ein klares Übergewicht, selbst in Tornähe habe ich hier Durchschlagskraft und ich bin hier auch sehr variabel. Ich kann mich hier zum Beispiel dem Zentrum anbieten, ich kann aber auch da heraus laufen. Und du hast einen Zehner dabei, der eben dann auch diesen Flügel besetzt. Dann brauche ich auch zwei hervorragende Außenverteidiger, die richtig Druck machen können und defensiv auch super stehen. Das ist ein klares System für eine Mannschaft, die viel im Ballbesitz ist. Anfälligkeiten haben wir ja auch schon mal besprochen, wir haben hier hinter dem Ball keine Doppel-Sechs. Hier ist auch nur ein Sechser drinnen, der dann, wenn du den Ball verlierst, den Konter schnell unterbinden kann. Kannst dir vorstellen, wenn du den Ball hier verlierst, ich hab nicht dieses hier, sondern ich hab hier einen, der sich vor dem Ball da irgendwo da vorne orientiert hat, ist es natürlich viel schwieriger, hier abzufangen. Also entscheidende ist halt immer der Umschaltprozess, und da von Offensive auf Defensive umzuschalten, das sind immer die Gefahren. Gibt es da noch so Anmerkungen dazu? Also es geht immer darum, sich da einfach Gedanken zu machen, wo ist der Nachteil, wo ist der Vorteil. Bei einem 4-3-3, wenn man sich zurückzieht, dass da fünf Leute im Mittelfeld, bei der Raute wenn man da offensiv dagegensteht, hast du halt nur eine sechs und dafür weiter vorne einen drinnen. Und da muss man sich eben raussuchen, was sind die Vorteile, was sind die Nachteile, wie sollte ich das auch umschalten.
Also ich glaube mal, das so Systeme wie zum Beispiel dieses 4-3-3 oder auch dieses 4-2-3-1 ist einfach besser organisiert und ich glaube, dass es dann beim Umschalten einfach leichter ist, da Defensiv gut zu stehen.
Weil, aber woran liegt es? Wenn der Unterschied zwischen dem 4-3-3 und dem 4-2-3-1, ich nenn es 4-5-1, weil es ist glaube ich vereinfacht, es sagt es ja schon aus, da sind fünf Mittelfeldspieler drin, und bei dem 4-3-3 ist der einzige Unterschied, den es gibt, hast du halt da vorne drei Stürmer, da spielt dann rechts außen der Ibrahimovic, in der Mitte der Eto‘o, und links der David Villa zum Beispiel. Und die haben eine klare Ausrichtung nach vorne. Was gibt mir das für einen Rückschluss als Trainer? Ich sollte die klare dominierende Mannschaft sein, ich sollte die Mannschaft sein, die am meisten im Ballbesitz ist. Und damit kann ich natürlich den Druck in die gegnerische Hälfte verlagern mit diesen Stürmern, die natürlich über eine wahrsinnige individuelle Klasse verfügen und damit auch die Offensiven zum Doppeln kommen. Dann kriege ich dieses berühmte Kesselspiel eben hin, dass ich mich immer mehr an den Sechzehner heran schaukle, weil die die Bälle eben in Tornähe halten können. Das sind Stürmer, gelernte Stürmer, die können mit Rücken zum Tor die Bälle besser halten als ein Mittelfeldspieler. Weil sie das meistens auch gelernt haben. das ist ja auch eigentlich nur ein kleiner Unterschied in der Ausrichtung der Positionen. Genauso ist es hier in der der Raute. Jeder wird mir hier Recht geben, beim System mit der Raute, solltest du immer die überlegene Mannschaft sein. Die Raute in einer unterlegenen Mannschaft, eine Raute, die nicht im Ballbesitz ist, permanent zu verteidigen, ist unheimlich schwierig. Ich glaube, dass man mit einer Raute nicht so gut verteidigen kann. Weil du eben auch hier nur eine Sechs hast. Und wenn du hier den Umschaltprozess ankuckst, bist du hier unglaublich anfällig. Das heißt, die Anzahl der Ballverluste sollte sehr gering sein, damit musst du die überlegene Mannschaft sein. Musst die bessere Mannschaft sein, die eigentlich immer im Ballbesitz ist, und dann hast du in Tornähe, bist du dann super gefährlich. Mit drei Leuten, die permanent drinnen sind und zwei Flügelspielern, die du hier drinnen hast.
Bei Ballverlust musst du dann vorne draufgehen.
Sofort unter Druck setzten, natürlich. Ich habe die Leute hier vorne drin. Die Gefahr ist immer dann, wenn der Gegner den Druck lösen kann. Das ist immer die Gefahr. Der Gigi hat natürlich vollkommen recht, du hast hier fünf Spieler im Zentrum drinnen, das heißt du kannst hier sehr schnell auf den Ballverlust, ich kann hier sofort Druck ausüben auf den Ball. Das ist schon klar, weil ich hier ja die Spitze dazu habe, was ist, wenn ich die Position hier verliere? Dann hab ich eben hier ein Problem. Das ist der Umschaltprozess. Und darüber sollte man sich Gedanken machen, sind wir die stärkere Mannschaft, die schwächere Mannschaft, muss ich mich auf den Gegner einstellen oder umgekehrt.
Wie gesagt, wenn du die stärkere Mannschaft bist, spielst du mit nur einem Sechser. Unabhängig ob das 4-3-3 ist oder 4-5-1. Wenn du schwächer bist, oder denkst, dass der Gegner spielerisch klar überlegen ist, dann spielst du mit zwei Sechser. Das ist auch klar und deutlich gesagt, ich spiele mit zwei Sechser, das bedeutet, Sechser Priorität ist Defensive. Und das bedeutet, Viererkette plus zwei, also sechs defensive Leute, wenn du offensiver ausgerichtet bist, dann mit einem Sechser, fünf defensive Leute. Und das ist auch psychologisch für jüngere Spiele wie B-Jugend, aha, der weiß: Priorität defensiver, alles klar.
Die Grundausrichtung auch für die Raute zu machen, also ich habe eine sehr starke Mannschaft und also die viel im Ballbesitz ist, und ich habe halt eine klare zehn. Also ich habe einen, der ein klassischer Spielmachertyp ist. So einen Diego zum Beispiel, Wolfsburg ist das tolle Beispiel, Meister geworden mit einer Raute. Da hast du halt hier vorne drin den Misimowic, und da vorne dann die zwei Spitzen drin, die überragend sind mit Grafite und mit dem Dzeko. Aber da musst du halt die überlegene Mannschaft sein. Und ich glaube, in der Defensive haben die auch eine 4-4-2 flach umgeschaltet. Mit so abkippenden Stürmer auch. Ober bei Ballverlust, wenn sie Druck ausüben können, haben sie natürlich sofort unter Druck gesetzt. Wenn du viele Leute im offensiven Bereich hast, die sofort Druck auf den Ball ausüben können. Die haben aber einen sehr starken Sechser, der halt nicht das Spiel macht, sondern hinten alles dicht macht. Wenn man jetzt das Beispiel hernimmt und geht jetzt mal in Gladbach rein in die Formation, das finde ich richtig interessant, du stehst hier mit dem 4-4-2, und dann hast du hier immer die Doppel-Sechs drin. Das heißt, wenn hier außen der Ball ist, hast du immer die Doppel-Sechs flach hier, die verschieben nicht wie Bayern, zum Beispiel so eine Sechs und eine Acht rein, weil du hier die Gefahr des Umschaltprozesses hast, sondern du hast eine Doppel-Sechs, dann verlier ich eine Anspielstation, aber ich stehe in der Defensive viel besser gegen den Ball. Muss man mal kucken, die verlassen deshalb nicht, und das sorgt für eine unheimliche Stabilität im Zentrum und sie sind offensiv so stark besetzt, dass sie sich doch eben ab und an durchsetzen. Und das sind auch immer Überlegungen, die auch wichtig sind. Ich glaube, dass die Doppel-Sechs, die wirklich klare Doppel-Sechs, als Mannschaft, die so im Mittelfeld ist, ist das Gold wert. Bayern kann sich vielleicht mit seiner individuellen Klasse und mit 79% Ballbesitz eben leisten, dass ein Schweinsteiger nicht die Doppel-Sechs spielt. Mit Gustavo oder dem Thymoshchuk, sondern dass der die Acht reinschiebt. Und dass die das permanent durchrotieren, mit Kroos und Schweinsteiger, mal ist der auf der Zehn, mal ist der auf der Acht, die können sich das leisten. Wenn ich viel in Ballbesitz bin, dann kann ich mir das leisten, die Positionen zu rotieren. Weil ich dann nicht so sehr angewiesen bin auf die Defensive. Hängt immer mit der Qualität der Spieler zusammen. Du bist in der Raute in den Flügeln sehr anfällig. Mit einer Raute gegen ein 4-5-1, wenn du einen starken Mittelfeldspieler hast. Du hast jetzt hier den Ball. dann kann natürlich der hier, wir befinden uns gerade in einer Raute, Spielaufbau in einer Raute. Kann der tendenziell breit stehen oder kann er tiefer einschieben? Er kann breiter hier rein, und ich habe den Flügel hier doppelt besetzt. Also das basiert das Zentrum, du bist im Zentrum natürlich immer dichter. Das heißt bei Torgefahr, wenn wir durchkommen, haben wir natürlich drei Leute im Sechzehner drin, das ist hervorragend. Der Flügel ist halt hier nur einfach besetzt. Bei denen ist es halt dann so, dass der Stürmer hier rauskommt. Ich glaube, die Zuordnung ist viel einfacher, wenn du gegen eine Raute spielst, die ist weniger das Problem. Das größere Problem ist, dass beide Innenverteidiger doppelt belegt sind und wenn sie über die Flügel durchkommen, dann hast du halt drei Leute im Sechzehner anstatt zwei. Und dann wäre dann auch wieder die Überlegung, die wir als Trainer immer haben sollten, wenn sich der Gegner eben durchspielt bis auf diese Höhe, wir schieben also jetzt das komplette Ding einfach weiter nach hinten, weil die spielerisch hervorragend waren, als welchen Grund auch immer.
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Was meinst Du dazu?
Kieren Al via Facebook schrieb am 14. Februar 2012 um 11:03 Uhr:
Sauber Trainer,
und ab wann spielen wir so ?
André schrieb am 19. April 2012 um 21:57 Uhr:
Hallo David,
ich finde es eigentlich immer wieder angenehm deine Analysen zu lesen, da sie zum Nachdenken animieren und mir bei meiner Arbeit als Trainer helfen. Doch leider musste ich feststellen, dass du wie so viele andere Trainer auch den Sinn und die eigentliche Herkunft der Raute nicht richtig interpretierst – trotz dessen, dass du viele tolle Elemente im Spiel von Barca bzw Dortmund gesehen hast, wie das Gegenpressing mit verdichtetem Zentrum.
Das 4:4:2 mit Raute ist in Deutschland vor allem durch die Arbeit von Schaaf und Magath bekannt geworden, welche beide unter sehr innovativen Trainern gespielt haben (Happel bzw Rehagel). Soll heißen, dass speziell die Bremer Interpretation der Raute völlig anders funktioniert. Sie ist in Wirklichkeit nur eine Ableitung aus dem 3:5:2 mit Libero vor der Abwehr (früher Baumann). Schaut man richtig hin verteidigen die Spieler auch noch sehr ähnlich wie damals, nur gepaart mit modernen Elementen der Raumdeckung. Die Außenverteidiger haben in erster Linie die Aufgabe ihre Außenbahn zu verteidigen (wie Dortmund-Bayern, breit stehende hintere Kette). Und im Mittelfeld ist die Rollenverteilung völlig anders. Die beiden Außen fungieren in erster Linie als Kontrolleure, wie bei Barca im 3:4:3 Messi und Iniesta, die sich zusätzlich, wechselweise
André schrieb am 19. April 2012 um 22:24 Uhr:
mit nach vorne einschalten – entweder durch die Mitte oder tief in den Rücken der gegnerischen Außenverteidiger. Durch den vorgeschobenen “Libero” kann dann die Lücke aufgefüllt werden und ähnlich dem System von Dortmund hast du dann eine perfekte Besetzung um effektiv ins Gegenpressing zu kommen, denn auch mit diesem System wird zentral eine Überzahl hergestellt. Meiner Meinung nach ist es sogar etwas weniger von der Qualität der Einzelspieler abhängig, denn welche Mannschaften verfügen schon über so tolle Offensive Außen wie Barca, Dortmund, Real,…? Die meisten Mannschaften haben doch Außenstürmer welche entweder begrenzt im Lösen von 1:1 Situationen sind oder einfach zu wenig Stürmer sind und deshalb zu wenig Torgefahr erzeugen. Da ist es doch einfacher mit 2Stürmern und einem Spieler dahinter in die Schnittstellen zu spielen – ein Stürmer löst sich kurz zum Ball und der Andere Stürmer oder der 10er geht steil in die Schnittstelle und der Dritte läuft zentral mit Richtung Tor. Durch die sehr offensiven Av’s bringst du wieder die gegnerischen AV’s in einen Konflikt ähnlich dem von dir beschriebenen im Spiel Dortmund gegen Bayern – soll sich der AV mehr nach innen zum Stürmer oder zu Außenbahn orientieren? Defensiv, wenn man quasi nicht ins Gegenpressing gekommen sein sollte, würde ich vorn meine 2Stürmer und den 10er im Tannenbaum anordnen, also einer in die Spitze welcher den Gegner lenkt und zwei versetzt dahinter. Die Spitze lenkt den Angriff auf den Flügel, der ballnahe Offensive dahinter attackiert dann den gegnerischen AV von der Mitte aus und der eigene AV rückt Press an den gegnerischen Außenstürmer. Der ballentfernte Offensive rückt dann mit ins Mittelfeld und verdichtet das Zentrum – kann bei Ballgewinn aber bedenkenlos nach vorn umschalten. Spielt der Gegner mit 2Spitzen kann sich der 6er gegebenenfalls sogar zwischen die IV’s fallen lassen und der Deckung zusätzliche Stabilität verleihen – es muss dann ja ein Spieler aus dem Mittelfeld durch die 2Spitze ersetzt worden sein. Klingt zwar alles etwas antiquiert, wenn du aber mal die Steine auf der Tafel bewegst und dir Bremen oder Wolfsburg vor ein paar Jahren anschaust dann siehst du genau dieses Spiel und speziell unter Magath mit einer fußballerisch nicht durchgängig Top besetzten Mannschaft ein sehr gutes Gegenpressing. Ich hoffe ihr konntet alles nachvollziehen und vielleicht konnte ich euch mal zum Nachdenken bringen!? Ach ja, antiquiert mit Manndeckern gemischt mit Raumdeckern hast du ja auch schon mal vorgeschlagen und ist von Augsburg tatsächlich schon erfolgreich praktiziert worden…
André schrieb am 19. April 2012 um 22:27 Uhr:
Ach ja, ich meinte natürlich Xavi anstatt Messi, der stürmt natürlich während Xavi, Iniesta das Spiel kontrollieren;)