Koordination - Fußballübungen

 

Koordination Fussballübungen

Hier wollen wir Übungen zeigen, welche hauptsächlich auf die Verbesserung der Koordination abzielen. Hauptsächlich deswegen, weil wir mit diesen Fußballübungen ganz nebenbei auch die Technik mit trainieren. Bei unseren Koordinationsübungen ist der Ball immer mit dabei, um die Motivation der Spieler zu fördern und um eben auch technische Elemente mit üben zu können. So verliert man hinsichtlich einer technischen Ausbildung im Kindes- und Jugendalter wenig Zeit.
Unter Koordination versteht im Allgemeinen das harmonische Zusammenwirken von Sinnesorganen, Nerven sowie Muskulatur. D.h. nichts anderes, als dass Bewegungen in der Beobachtung flüssig und rund erscheinen. Fußballtechniken und Taktiken sowie fußballspezifische Bewegungsabläufe werden sauberer und ökonomischer.
Gute koordinative Fähigkeiten sind absolute Voraussetzung für das Erlernen, Verfeinern, Stabilisieren und Anwenden von Techniken im Fußball und das ökonomische Ausnutzen konditioneller Fähigkeiten der Spieler. Das beste Lernalter stellt dabei das Kinderalter dar. Die koordinativen Fähigkeiten sind im Kindertraining gerade spielerisch gut zu schulen und sie müssen auch viel berücksichtigt werden. Sie sollten auch mit dem Technik- und Konditionstraining gekoppelt sein. Im Jahresverlauf steht das koordinative Lernen im gesamten Kindesalter absolut im Vordergrund. Die konditionellen Eigenschaften werden im Techniktraining oder „nebenbei“ entwickelt.
Welche koordinativen Fähigkeiten sind im Fußballtraining wichtig?

  1.  Kopplungsfähigkeit: Sie sorgt für runde Teilbewegungen. Ein Dribbling mit einem doppelten Übersteiger mit einer anschließenden schnellen Richtungsänderung und danach noch eine Flugball zur Seitenverlagerung im Spiel – das alles soll schnell und sauber ablaufen. Aber dabei handelt es sich um einen komplexen Ablauf von vielen kleinen Teilbewegungen, die miteinander verknüpft werden sollen. Und das möglichst ohne Unterbrechung. Hier spielt auch das Zusammenspiel der einzelnen Muskelgruppen eine wichtige Rolle, die sogenannte inter- und intramuskuläre Koordination.
  2. Räumliche Orientierung: Die Fähigkeit des peripheren Sehens, Lücken in der Abwehrkette zu erkennen und dort den Ball einzuspielen, das richtige Freilaufen in die Schnittstellen der Abwehr – die räumliche Orientierungsfähigkeit ist maßgeblich daran beteiligt.
  3. Differenzierung: Das nötige Gefühl im Fuß, die Feinabstimmung, um den Pass in die Tiefe zum Mitspieler punktgenau zu spielen – die Differenzierungsfähigkeit sorgt dafür und muss daher ins Fußballtraining integriert werden.
  4. Gleichgewicht: Im Zweikampf oder bei einer schnellen Richtungsänderung die nötige Stabilität haben – das ist neben der Körperspannung auch eine Frage des Gleichgewichts. Diese Fähigkeit sollte so früh wie möglich geschult werden und gehört zu den absoluten Basisfähigkeiten.
  5. Rhythmus: Diese Fähigkeit hängt eng mit der Kopplungsfähigkeit zusammen. Wenn ein Spieler ein Dribbling mit vielen Tricks durchführt – ist der Bewegungsablauf rhythmisch oder sieht alles sehr unrund aus? Übungen zur Rhythmusschulung geben es viele und sind Pflichtbestandteil der Koordination im Fußballtraining. Eine gute Rhythmusfähigkeit macht den Spieler auch schneller, wirkt sich also positiv auf die Schnelligkeit aus.
  6. Reaktion: Im Fußball haben wir relativ wenige einfache und viele komplexe Reaktionen. Einfache Reaktionen sind ein Pfiff oder ein Klatschen oder ein Ruf des Trainers – also vorwiegend akustische Reize. Im Fußball hat man aber fast ausschließlich komplexe Reize, auf die der Spieler reagieren muss. Dabei handelt es sich vorwiegend um optische Reize. Daher muss im Fußballtraining hauptsächlich mit optischen Reizen gearbeitet werden.
  7. Umstellungsfähigkeit: Im Spiel nach einem Gegentor schnell und flexibel die Taktik ändern oder ein Spiel auf Kunstrasen und nächste Woche auf Rasen spielen – sich schnell und flexibel auf verschiedene Umstände anpassen können, ohne dass die Taktik und Technik leidet. Eine gute Umstellungsfähigkeit sorgt dafür und kann problemlos ins Fußballtraining eingebaut werden.

Schulung der koordinativen Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter

Nach verschiedenen Entwicklungsstufenmodellen in der Sportwissenschaft unterscheidet man folgende „durchschnittliche“ Alterstufen:

  1. Gestaltungswandel
  • Vorschulalter – 3. bis 7. Lebensjahr
  • Frühes Schulkindalter – 1. bis 3. Schuljahr
  • Spätes Schulkindalter – 3./4. bis 5./6. (Mädchen) bzw. 3./4. bis 6./7.Schuljahr (Jungen)
  1. Gestaltungswandel

 

  • Pubeszenz – 5./6. bis 7./8. (Mädchen) bzw. 6./7. bis 8./9. Schuljahr (Jungen)
  • Adoleszenz – 7./8. bis 10./11. (weibliche Jugend) bzw. 8./9. bis 11./12. Schuljahr (männliche Jugend)

Schulung der koordinativen Fähigkeiten im Vorschulalter

Mangelhafte Koordination ist meist nicht auf unzureichende Anlagen, sondern auf unzureichende Förderung in frühen Lebensjahren zurückzuführen. Daher ist es dringend notwendig, möglichst frühzeitig diese zu entwickeln, wobei es eigentlich kein zu früh gibt, sondern lediglich unzulängliche, d.h. dem Entwicklungsstand der Kinder noch nicht ausreichend angepasste Methoden.
Folgende Prinzipien im Fußballtraining sollten demnach beachtet werden:

  • Erlernen einer Vielzahl von relativ einfachen Bewegungsformen
  • Gezielte Erweiterung der Bewegungsschatzes
  • Vielseitige und variationsreiche Aufgabenstellungen
  • Erlernen von Alltagsbewegungen, Rumpfsteuerungen und langsamen Simultanbewegungen

Schulung der koordinativen Fähigkeiten im frühen Schulkindalter

In diesem Altersbereich besteht im Fußballtraining eine ausgeprägte Möglichkeit, die koordinativen Fähigkeiten zu entwickeln. Allerdings ist diese hohe Lernfähigkeit – sie erfährt in der nachfolgenden Phase eine nochmalige Steigerung – nicht mit einem entsprechenden Vermögen verbunden, das Gelernte auch dauerhaft zu behalten. Diese mangelnde „Merkfähigkeit“ erfordert in dieser Altersstufe ein mehrfach wiederholtes Üben, um eine Stabilisierung zu gewährleisten.
Das frühe Schulkindalter kann als intensives Entwicklungsalter für die Vervollkommnung dieser Fähigkeiten bezeichnet werden:

  • Reaktionsfähigkeit
  • Räumliche Differenzierungsfähigkeit bei hochfrequenten Bewegungen
  • Koordinationsfähigkeit unter Zeitdruck

Jungen und Mädchen

Gleichgewichtfähigkeit und Geschicklichkeit

Mädchen
Nicht zu vergessen ist dabei aber, dass diese Fähigkeiten v.a. in Zusammenhang mit einfachen Bewegungsformen erlernt werden sollen.

Schulung der koordinativen Fähigkeiten im späten Schulkindalter
Der sich vollziehende Abschluss der motorischen Hirnreife, eine verbesserte Wahrnehmungsfähigkeit und Informationsverarbeitung sowie günstige Hebel-Kraft-Verhältnisse und das geringe Körpergewicht führen dazu, dass diese Phase das beste Lernalter darstellt. Fast alle koordinativen Fähigkeiten erleben im Fußballtraining hier die besten Zuwachsraten. V.a. ist dieses Alter gekennzeichnet durch eine Verbesserung der:

  • motorischen Steuerungsfähigkeit
  • Kopplungsfähigkeit
  • räumlichen und zeitlichen Differenzierungsfähigkeit
  • Reaktionsfähigkeit
  • Rhythmusfähigkeit

Kinder lernen hier auf Anhieb! Dies ist umso ausgeprägter entwickelt, je feiner, genauer und vielfältiger die Kinder ihr Bewegungskönnen entwickeln konnten, d.h. je größer ihr bis dahin erworbener Bewegungsschatz ist.

Schulung der koordinativen Fähigkeiten in der Pubertät
In diesem Abschnitt erfährt die Schulung der koordinativen Fähigkeiten eine Art Stagnation. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich eine Veränderung der Proportionen (vorwiegend Extremitätenwachstum). V.a. Bewegungen, die eine höhere Genauigkeit und entsprechende Feinsteuerung erfordern, erleiden dabei einen Qualitätsverlust. Zudem verbessern sich in der Pubeszenz die konditionellen Fähigkeiten enorm, was bedeutet, dass sich die koordinativen Fähigkeiten dem erst anpassen müssen. Im Einzelnen wären dies:

Differenzierungsfähigkeit: Aufgrund der Geschlechtsreife kommt sie hier zur Stagnation, allerdings ist sie durch intensives Training aufzuheben.
Orientierungsfähigkeit: Sie stagniert bis zum 13.Lebensjahr.
Gleichgewichtsfähigkeit: Sie stagniert.
Reaktionsfähigkeit: Sie stagniert.
Rhythmusfähigkeit: Sie zeigt vom späten Schulkindalter an keine Zuwachsraten mehr.
Kopplungsfähigkeit: Sie stagniert.

Als Konsequenz für das Fußballtraining sollte die weitere Verbesserung und Festigung von bereits erlernten, regelmäßig geübten und schon sicher beherrschten Bewegungen im Vordergrund stehen.

Schulung der koordinativen Fähigkeiten in der Adoleszenz

Insgesamt gesehen stellt die Adoleszenz nochmals eine Periode guter Lernfähigkeit dar. Die oben genannten Gründe für die Stagnation in der Pubeszenz gleichen sich wieder aus, so kommt es zu einer allgemeinen Stabilisierung von bereits beherrschten Fähigkeiten, sowie zu einer weiteren Verbesserung der:

  • Steuerungsfähigkeit
  • Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit
  • Kopplungsfähigkeit
  • Orientierungsfähigkeit: Sie erlebt ab dem 13. bis zum 16. Lebensjahr ein Entwicklungsschub.
  • Reaktionsfähigkeit: Sie erfährt ab dem 16.Lebensjahr nochmals ein Leistungsschub

Zusammenfassung

Insbesondere im Zusammenhang mit der fußballspezifischen Technik und dem Techniktraining kommt einer gut entwickelten allgemeinen und speziellen Koordinationfähigkeit im Fußball training eine hohe Bedeutung zu.
Bei gut koordinierten Bewegungen führt das gute Zusammenspiel zwischen Nerven- und Muskelsystem zu flüssigen und harmonischen Bewegungsverbindungen. Der Krafteinsatz ist ökonomisch und rund.
Daher ist es in hohem Maße erforderlich, die koordinativen Fähigkeiten in den Etappen Grundausbildung und Grundlagentraining zu schulen, auch aufgrund der hohen Zuwachsraten der Ausprägungsgrade insbesondere im frühen und späten Schulkindalter.
Differenzierungsfähigkeit rascher Anstieg im frühen und späten Schulkindalter mit wenig geschlechtsspezifischen Unterschieden
Rhythmusfähigkeit starke Entwicklung im frühen und späten Schulkindalter, zum Ende des späten Schulkindalters besonders bei Mädchen
Orientierungsfähigkeit stetiger Anstieg, besonders stark während des frühen Schulkindalters
Gleichgewichtsfähigkeit besonders gute Entwicklung am Ende des Vorschulalters und im frühen Schulkindalter
Reaktionsfähigkeit höchste Zuwachsraten im frühen Schulkindalter; bei Mädchen auf niedrigerem Niveau
Kopplungsfähigkeit ? insbesondere gut trainierbar im späten Schulkindalter und nochmals in der Adoleszenz

1 Antwort zu “Koordination” Was sagst Du?

  1. fabian welke schrieb am 10. Januar 2012 um 16:57 Uhr:

    Hallo das finde ich gut für die jügendlichen

Was meinst Du dazu?